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Ein Hauch von Orient in Forbach

Cheira Bro verkauft Stoffe im orientalischen Stil. Foto: Beatrix Hoffmann
Cheira Bro verkauft Stoffe im orientalischen Stil. Foto: Beatrix Hoffmann FOTO: Beatrix Hoffmann
Forbach/Saarbrücken. Dienstags- und freitagsmorgens ist in Saarbrückens Nachbarstadt Forbach Wochenmarkt. Dann geht es in den Straßen bunt und orientalisch zu. Und ab zwölf Uhr machen auch die Parkuhren für zwei Stunden Siesta. Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann

Aus Forbachs Blumenkästen leuchtet es in Gelb und Pink. Fontänen schießen am Straßenrand hoch und sorgen an heißen Tagen für Frische. Bunt und orientalisch geht es dienstags- und freitagsmorgens in der Stadt zu. Dann ist Wochenmarkt. Mit Wühltischen und feinen Sortimenten. Christiane Karpisch hat es der Stand mit dem filigranen Goldschmuck in der Rue Nationale angetan. "Nicht ganz echt, aber sehr dekorativ", meint die Marktbesucherin und entscheidet sich für einen eleganten Armreif. Cheira Bro und ihr Mann Khodeda haben ihre Stoffe wie immer am Place du Marché ausgebreitet. Dunkle zum Verhüllen und verführerisch glänzende mit Silber-Pailletten und hübschen Ornamenten, mit Spitzen und Bordüren. Die Stoffballen seien aus Indien, Pakistan und China und für Vorhänge, Tischdecken und Kleider im orientalischen Stil gedacht, sagt der Tuchhändler aus Syrien.

An anderen Ständen flattern lange Dschellabas. Früher seien die Geschäfte besser gelaufen, meint ein Händler. Abdulla Raif, der hier seit sechs Jahren verkauft, erläutert es näher. Man habe keine Stammkunden, weil die Wochenmärkte von Forbach und St. Avold parallel liefen. Da gehe die Kundschaft mal hier- und mal dorthin.

Zwischen dem 25. und 1. jedes Monats gebe es Rente, zwischen dem 28. und 1. komme das Gehalt aufs Konto, am 5. die Sozialhilfe. Das bedeute, bis zum 10., 15. des Monats liefen die Geschäfte gut, nicht aber vom 15. bis zum 25. Abdulla Raif verkauft Socken, Jogginganzüge und spitze schwarze Lackschuhe. Für Hochzeiten und zum Musikmachen, erläutert er auf Deutsch. Die nächste Kundin bedient er in seiner Muttersprache Roma. Er sei der Vorsitzende des Sinti- und Roma-Vereins im Raum Moselle bis rauf nach Nancy, erzählt der sprachgewandte Händler. Neben ernsten Themen wie Abschiebung gehe es auch um Fußball und Folklore. Sehr am Herzen liege ihm das Theater-Projekt "Pralipe - Freundschaft". Seit einem Monat probten Jugendliche, und bald gebe es die erste Roma-Theateraufführung in Freyming-Merlebach.

Backwaren, Grillhähnchen und ein üppiger Obststand mit riesigen Wassermelonen, knackigen Kirschen und Aprikosen locken Käufer an. Zur Entspannung kann man zwischendrin in die Mediathek abtauchen. Derzeit läuft dort die Ausstellung "Ombres galopantes - Galoppierende Schatten" von der aus Saarbrücken stammenden und in Granada lebenden Künstlerin Mane Hellenthal. Um 12 Uhr ist der Markt vorbei. Die Händler packen in Windeseile ein. Auch die Parkuhren machen für zwei Stunden Siesta. Wer um neun zwei Euro eingeworfen hat, kann in Ruhe durch die Stadt flanieren oder den Marktbesuch in einem Straßencafé ausklingen lassen.