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Ein Glücklichmacher lässt die Menschen tanzen

Roger Hodgson begeisterte seine Gäste am Stausee. Foto: Nilles
Roger Hodgson begeisterte seine Gäste am Stausee. Foto: Nilles FOTO: Nilles
Losheim. Mit einer Auswahl der bekanntesten und erfolgreichsten Hits seiner ehemaligen Band Supertramp hat deren Mitgründer und Sänger Roger Hodgson am Stausee Losheim 1500 Menschen glücklich gemacht. Bei seinem von Charme, Humor und Spielfreude geprägten Konzert ließ es sich in zeitlos schönen Melodien und Erinnerungen schwelgen. Von SZ-MitarbeiterinAnke Emmerling

Sympathie ist, was den Abend mit Roger Hodgson in Losheim von Anfang an prägt. Der 63-jährige Sänger kommt strahlend auf die Bühne, hat für jeden, der ihm in die Augen sieht, ein herzliches Lächeln oder verschmitztes Zwinkern parat. Er begrüßt seine Fans auf Deutsch, verteilt jede Menge Nettigkeiten und verspricht, dass er mit bestens aufgelegter Band dafür sorgen wolle, alltägliche Sorgen mal vergessen zu können. Und das erfüllt er auch.Gleich mit den ersten Stücken "Take the long Way Home" aus dem kommerziell erfolgreichsten Supertramp-Album "Breakfast in America" von 1979 und "School" aus der Durchbruchs-Scheibe "Crime of the Century" von 1974, aktivieren er und seine vier Begleiter ganz offensichtlich die Glückshormon-Ausschüttung. Leuchtende Augen, singende Münder, klatschende Hände und tanzende Menschen, wohin man schaut. Es scheint, als breche bei vielen der Damm, den das Leben zwischen träumerischer, hoffnungsvoller Jugend und geerdetem Erwachsenendasein errichtet hat. Genau das beabsichtigt Hodgson, er spricht von einer Zeitreise. Die führt auch in seine Jugend, mit dem Titel "Breakfast in America", nach dem seine aktuelle Welttournee benannt ist. Zum Hintergrund erzählt der gebürtige Brite von seinem Teenager-Traum, eines Tages nach Kalifornien zu kommen, wo er heute tatsächlich lebt: "Damals kannte ich allerdings Losheim noch nicht." Humor ist neben sichtlichem Spaß an der Sache einer der roten Fäden, auf dem sich mit "In Jeopardy", "The Logical Song", "Child of Vision", "Dreamer", "It's raining again", "C'est le Bon" oder "Lovers in the Wind" durchweg zeitlose Ohrwurm-Perlen aufreihen. Sie klingen wie im Supertramp-Original. Hodgson singt mit immer noch kraft- und ausdrucksvoller hoher Falsettstimme, trägt mit dynamischen Akkorden auf dem E-Piano, mit Akustikgitarre oder Flügel wesentliche Charakteristika bei.Die zu Supertramps Zeiten als progressiv geltenden Saxofon-Parts steuert der herausragende Aaron McDonald bei. Als Multitalent ergänzt er den Gesang, spielt Flöte, liefert Perkussions- oder synthetisch erzeugte Effekte.Für die packenden Rhythmen sorgen David J. Carpenter am Bass und Brian Head am Schlagzeug. Rund macht den Supertramp-Sound Kevin Adams am Keyboard. Er ist besonders in epischen Werken wie der klassisch inspirierten, mit eingespielten Chören und atmosphärischen Geräuschen opulent gestalteten "Fools Ouverture" gefragt. Sie ist einer der Höhepunkte, bemerkenswert auch das einzige neue Stück aus Hodgsons Solo-Karriere "Death and the Zoo", das sich mit Tierstimmen gespickt um die Frage dreht, ob man als gefangenes Wildtier Tod oder Leben im Zoo vorziehen würde. Den Geist des Abends aber spiegelt am besten "Give a little Bit" wider, wo Hodgson seine Betonung gestisch unterstrichen auf die Zeilen "give a little bit of my life for you" und "give a little bit of my love for you" legt.