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Ein Gläschen Wein auf diesen Preis

Haben die deutsch-französische Freundschaft gestärkt und gepflegt: Bürgermeister Michael Adam und der französische Generalkonsul Philippe Cerf, der mittlerweile von seinem Amtskollegen Frédéric Joureau beerbt worden ist. Archiv-Foto: Becker & Bredel
Haben die deutsch-französische Freundschaft gestärkt und gepflegt: Bürgermeister Michael Adam und der französische Generalkonsul Philippe Cerf, der mittlerweile von seinem Amtskollegen Frédéric Joureau beerbt worden ist. Archiv-Foto: Becker & Bredel
Sulzbach/Saarbrücken. Wer sich in Hinblick auf die deutsch-französische Freundschaft hervortun will, der muss weit mehr drauf haben, als Froschschenkel oder die Urwüchsigkeit der Vogesen zu lobpreisen. Er muss professionell das Feld bereiten für dauerhaftes Miteinander beider Völker und auch hartnäckig Überzeugungsarbeit leisten bei denen, die eher gleichgültig sind Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Sulzbach/Saarbrücken. Wer sich in Hinblick auf die deutsch-französische Freundschaft hervortun will, der muss weit mehr drauf haben, als Froschschenkel oder die Urwüchsigkeit der Vogesen zu lobpreisen. Er muss professionell das Feld bereiten für dauerhaftes Miteinander beider Völker und auch hartnäckig Überzeugungsarbeit leisten bei denen, die eher gleichgültig sind. Denn steter Tropfen höhlt den Stein, wie man weiß. Diesen Stein "gehöhlt" hat in vorbildlicher Weise die Volkshochschule Sulzbach. Und deshalb wird sie heute in Saarbrücken ausgezeichnet.Beim Wettbewerb "Partenaire un jour - partenaire toujours / Einmal Partner - immer Partner" der deutsch-französischen der Volkshochschulen im Saarland und der Association des Universités Populaires de France, hat die VHS Sulzbach den mit 1000 Euro dotierten 1. Preis gewonnen (SZ vom 24. Januar). Darüber freut sich VHS-Leiter Jörg Bier ganz gewaltig. Denn er sieht jahrelanges Bemühen der kleinen, feinen Sulzbacher Weiterbildungseinrichtung zu Recht belohnt - gegen große Konkurrenz im Land. Entzückt hat er eine Flasche hervorragendenden französischen Rotweins entkorkt, als er von der Auszeichnung erfuhr.


Was die VHS besonders auszeichnet, ist ihr Programm, das federleicht, aber mit Tiefgang daherkommt und beschwingt zum deutsch-französischen Gelingen aufruft. So beispielsweise mit dem Chanson-Festival "Die Sulzbacher Salzmühle - Le Moulin à Sel de Sulzbach" in Kooperation mit SR 2 KulturRadio. Rund 100 professionelle Solo-Künstlerinnen und -Künstler aus dem deutschen und französischen Sprachraum hatten sich bei der Premiere vor zwei Jahren beworben. Fortsetzung folgt am 2. März 2013 in der Aula. Mit im Boot ist da auch und vor allem der Sulzbacher Wolfgang Winkler, der nicht müde wird, die Freundschaft zu unseren Nachbarn zu forcieren und zu stabilisieren. Er ist seit langem fest eingebunden in die speziellen VHS-Angebote. So gab es zu "50 Jahre Elysée-Vertrag" mehrere interessante Veranstaltungen. Beispielsweise im November 2012 den "Französischen Abend" im Salzbrunnenhaus.

Und dann gab es kürzlich auch noch den "Zeitsplitter" ("Les copeaux du temps") genannten Chanson-Abend, bei dem ein besinnlicher und musikalischer Blick auf deutsch-französische Historie die tragende Rolle spielte. "Hallo Michel, bonjour Marianne" hieß da beispielsweise ein Lied, das die Kernaussagen des Elysée-Vertrages behandelte. Eine gute Figur machte bei dieser Veranstaltung der eigens aus Paris angereiste ehemalige französische Generalkonsul an der Saar, Jean-Yves Defay.



"Sanfte Anknüpfungspunkte" sind VHS-Leiter Jörg Bier bei all diesen Aktivitäten wichtig. So findet der jährliche "Französische Abend" ganz bewusst dann statt, wenn der Beaujolais nouveau (Primeur) ausgeliefert wird, also im November.

Passende Musik und sympathische "Zugpferde" auf und vor der Bühne, so Bier, spielten auch eine wichtige Rolle: "Menschen mit ganz unterschiedlichen Motivationen kommen und genießen einen solchen Abend, und neue Zielgruppen werden erschlossen." Das Genre "Chanson" sei ebenfalls ein wichtiger Anknüpfungspunkt vieler Veranstaltungen, die die deutsch-französische Freundschaft im Fokus haben. Und schon kommt wieder Wolfgang Winkler ins Spiel, der dieses Musik-Metier beherrscht und beständig ausbaut.

Das Preisgeld von 1000 Euro wird, so Jörg Bier abschließend, auch wieder in attraktive deutsch-französische Projekte fließen. Allem voran in den Chanson- und Liedermacherpreis am Samstag, 2. März.

VHS-Leiter Jörg Bier vorm Salzbrunnenhaus. Foto: Bier
VHS-Leiter Jörg Bier vorm Salzbrunnenhaus. Foto: Bier