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Ein Frauen-Team hat mich gereizt

Herr Wroblewski, in der kommenden Saison trainieren Sie die Frauen des Handball-Regionalligisten DJK Marpingen. Haben Sie zur Mannschaft bereits Kontakt aufgenommen?Wroblewski: Vor ein paar Wochen schon. Diesen Freitag werden wir uns aber erneut zusammensetzen, denn ich möchte erfahren, wann die Spielerinnen ihren Urlaub geplant haben

Herr Wroblewski, in der kommenden Saison trainieren Sie die Frauen des Handball-Regionalligisten DJK Marpingen. Haben Sie zur Mannschaft bereits Kontakt aufgenommen?Wroblewski: Vor ein paar Wochen schon. Diesen Freitag werden wir uns aber erneut zusammensetzen, denn ich möchte erfahren, wann die Spielerinnen ihren Urlaub geplant haben. Und ich möchte ihnen erzählen, wie ich mir die Vorbereitung für die nächste Saison vorstelle. Nach Saisonende werde ich die Mannschaft dann noch zwei Wochen im Mai trainieren, um herauszufinden, in welchem Zustand sie in den Bereichen Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit ist.Sie haben sich schon Spiele der DJK-Frauen angesehen. Wie war Ihr Eindruck? Was hat Ihnen gefallen, wo sehen Sie Verbesserungspotenzial? Wroblewski: Richtig gut gefiel mir, dass die Frauen nach dem Abgang von Christoph Luck Charakter und Willenskraft gezeigt haben. Nachdem der Kapitän von Bord war, haben sie Kurs gehalten. Da haben sie bewiesen, dass sie ihre Kräfte sammeln können. Und sie haben auch gesehen, welche Möglichkeiten sie als Kader haben, wenn sie die notwendige Aggressivität mitbringen. Aber man muss auch sehen, dass das eine Ausnahmesituation war. Nächste Saison wird es zudem eine neue Mannschaft sein. Conny Scherf und Kerstin Karp verlassen den Verein, was der Mannschaft schadet. Sind Sie eher der "Schleifer" oder der "Kumpel", und was ist Ihnen als Trainer wichtiger: Respekt oder Kommunikation? Wroblewski: Beides ist wichtig - und ein guter Trainer sollte auch beide Seiten haben. Wobei man sich Respekt sowieso nur mit guter Arbeit verschafft. Was heißt das konkret? Wroblewski: Ich mag das dynamische und schnelle Spiel, das ich in Marpingen teilweise schon gesehen habe. Verbesserungsbedarf sehe ich im taktischen und im motorischen Bereich. Und wer sich hier verbessern will, der muss individuell stärker werden. Erst dann kann ich als Trainer taktisch mehr verlangen. Aber gute Technik spielt auch eine Rolle, im Frauen-Handball mehr als bei Männern. Da hab ich mich schon bei ehemaligen Studienkollegen, die viel Erfahrung im Frauen-Handball haben, erkundigt. Es ist Ihre erste Station als Trainer einer Frauenmannschaft. Was waren die Beweggründe für Ihren Wechsel zu den Moskitos der DJK? Wroblewski: In erster Linie die Nähe zu meinem Wohnort. Denn ich wohne nur ein paar Kilometer von Marpingen entfernt und habe dadurch mehr Zeit für meine Familie. Vor dem Wechsel habe ich aber trotzdem lange überlegt. Überredet hat mich letztlich Reimund Klein, der Manager der Marpinger. Ehrlich gesagt hat es mich immer gereizt, einmal eigenverantwortlich ein Frauen-Team zu übernehmen. Frauen sind sehr motiviert und wollen immer ihre Stärke beweisen. In welche Richtung fliegen die Moskitos unter dem Trainer Krysztof Wroblewski? Wroblewski: In die Zweite Liga denke ich nicht. Ob wir es in die Spitzengruppe der Regionalliga schaffen? Das weiß ich nicht. Es ist eine schwere Liga mit sehr vielen Unbekannten. Man muss auch abwarten, wie meine Mentalität zu der Mannschaft passt. Ich muss in diese Rolle ja erst hineinwachsen. Bislang war es bei mir so: Wer im Training nicht mitzieht, der spielt nicht. In Marpingen muss ich mich darauf einstellen, dass eine Spielerin nicht ins Training kommen kann, weil sie sich um ihre Kinder kümmern muss. Ob das alles passt, muss man also abwarten.