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Ein fast vergessenes Bier kehrt zurück

Thomas und Lukas Bruch, hier im Hof der Brauerei, haben ein neues Bier auf den Markt gebracht: das „Saarbrücker Hell“. Fotos: Oliver Dietze/Bruch
Thomas und Lukas Bruch, hier im Hof der Brauerei, haben ein neues Bier auf den Markt gebracht: das „Saarbrücker Hell“. Fotos: Oliver Dietze/Bruch
Saarbrücken. Die Brauerei Bruch bringt in den kommenden Tagen wieder ein „Saarbrücker Helles“ auf den Markt und belebt damit eine alte Brautradition. Martin Rolshausen

Ein "Retro-Bier" sei es, sagt Thomas Bruch. Ein Bier, das für viele Menschen im Saarland einmal der Inbegriff von Bier war - bevor es vom Pils abgelöst wurde: Helles, je nach Region auch Export oder Lager genannt.



Der Markt für Pils ist schwierig geworden. Die großen Marken, die man aus dem Fernsehen kennt, liefern sich in den Supermärkten Preiskämpfe. Da können die mittelständischen und kleineren Familienbrauereien nicht mithalten, ohne sich zu ruinieren. In der Bruchbrauerei hat man das früh erkannt. Seit Jahrzehnten setzt Bruch nicht nur auf Pils, sondern hat sich mit Zwickel, Landbier, Wadgasser Klosterbräu und Nauwieser Drittel, einem Ale mit rotem Malz, einen Namen gemacht. Dieses Sortiment wird nun um ein Helles erweitert.

Auch die Homburger Brauerei, die lange vor allem auf ihr Ur-Pils setzte, hat vor einigen Tagen angekündigt, Ende April ein "Karlsberg Helles" auf den Markt zu bringen. Bruch ist etwa zwei Wochen schneller. Vor drei Monaten haben Brauereichef Thomas Bruch, sein Sohn Lukas und Braumeister Sebastian Kleint damit begonnen, das Bier zu entwickeln. Spätestens in der Woche nach Ostern wird das Bier in Stubbiflaschen in den Handel gehen. Stellenweise gibt es das neue Produkt auch schon vorher. In einigen ausgewählten Saarbrücker Kneipen wird es das Helle auch vom Fass geben.

Wobei das "Saarbrücker Hell" gar nicht so hell wie gewöhnliches Lagerbier ist. Das Bier ist leicht bernsteinfarben, schmeckt im Nachtrunk auch etwas karamellig - also so, wie "ein sehr süffiges Bier" schmecken soll, sagt Thomas Bruch. Das Bier hat 4,8 Prozent Volumenprozent Alkohol, also etwa so viel wie Pils. Die Bruch-Brauerei wolle mit ihrem neuen Hellen sowohl einen "süffigen Durstlöscher" anbieten, erklärt Thomas Bruch, als auch "ambitionierte Biertrinker", denen die Vielfalt der Biere wichtig ist, ansprechen.

Und weil es sich bei dem Bier um ein Retro-Produkt handele, habe man sich auch ganz bewusst für ein Etikett entschieden, das etwas antiquiert wirkt. Als Wappen ziert dieses Etikett der Alt-Saarbrücker Löwe mit einer St. Johanner Rose am Schwanz und einem Bruchbierglas in der Klaue. Ein Symbol, das ebenfalls nicht neu ist und seinen Platz in der Geschichte der ältesten noch existierenden saarländischen Brauerei hat.