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| 20:09 Uhr

Ein erschreckend primitives Niveau

Auch nach dem ersten Spatenstich bewegt die Meeresfischzucht weiter die Gemüter in Völklingen. In vier Becken sollen jährlich rund 500 Tonnen Edelfische produziert werden: hier eine per Computer erstellte Ansicht der geplanten Anlage auf dem Ex-Kokereigelände in Fürstenhausen. Foto: SZ/Stadtwerke
Auch nach dem ersten Spatenstich bewegt die Meeresfischzucht weiter die Gemüter in Völklingen. In vier Becken sollen jährlich rund 500 Tonnen Edelfische produziert werden: hier eine per Computer erstellte Ansicht der geplanten Anlage auf dem Ex-Kokereigelände in Fürstenhausen. Foto: SZ/Stadtwerke
Meeresfischzucht in VölklingenEin erschreckend primitives NiveauZum Artikel "Spatenstich für Meeresfischzucht" (SZ vom 2

Meeresfischzucht in Völklingen

Ein erschreckend primitives Niveau

Zum Artikel "Spatenstich für Meeresfischzucht" (SZ vom 2. Mai) und anderen Texten

Es ist erschreckend, auf welch primitivem Niveau Oberbürgermeister Lorig und Staatssekretär Grün beim Spatenstich ernst gemeinte und ernst zu nehmende Argumente gegen den Bau einer Meeresfischzuchtanlage in Völklingen abtun wollen. Statt sich mit den Fakten auseinander zu setzen, appellieren sie dummdreist mit dem Hinweis auf Fortschrittverhinderer, die die progressiven Kräfte auf dieser Welt in ihrem permanenten Streben nach Wohlstand für alle ja immer schon behindert hätten. Welche Innovationskraft und Visionsfähigkeit bei dem Geschichtslehrer Lorig durch Fortschrittsverhinderer gefährdet ist, kann jeder in der Innenstadt Völklingen selbst sehen. Seit Amtsantritt Lorigs ist außer dem millionenschweren Abriss von zwei Großgebäuden, der Subvention einiger privater Fassaden- und Hausrenovierungen und dem peinlichen Rückbau einiger Verkehrsinseln in Lauterbach nichts geschehen.

Die Innenstadt verdreckt und vergammelt weiter vor sich hin, und die CDU konzentriert sich auf Projekte, die die Privatwirtschaft niemals anpacken würde. Ein weiterer Fall von Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste, ganz nach dem Motto, welches uns so tief in die Krise gestürzt hat? Man darf vermuten: ja. Nachhaltigkeit? An Fakten gemessen, ist das Gegenteil richtig: Meeresfischzuchtanlagen und Aquakulturen sind keine Lösung für das Problem der Überfischung, sie sind mittlerweile ihre Ursache. Es gäbe genügend seriösen Diskussionsbedarf bei diesem komplexen Thema. Stattdessen stempelt man selbstherrlich "Bedenkenträger" ab - mittlerweile gegen alle Parteien, sogar gegen Teile der CDU.

Dr. Christoph Gottschalk,

Völklingen

Fakten erst beim Jüngsten Gericht?

In seinem Beitrag vom 25. April zu den Gerüchten in Völklingen kritisiert SZ-Redakteur Geber mit Recht das Prinzip, haltlose Gerüchte in den Raum zu stellen. Den Umgang mit dem Thema "Meeresfischzuchtanlage" rechnet er dazu, wenn er sagt: "Da wirkt es noch harmlos, wenn angebliche Insider um Millionen für die Fischzucht spekulieren." Doch wo sind hier die Fakten, etwa im Rahmen einer Stellungnahme der Stadt Völklingen oder auch der Betreibergesellschaft? Oberbürgermeister Klaus Lorig sagt laut SZ vom 25. Februar: "Die Kreditzusage besagter 'großer saarländischer Bank', die zuvor das Projekt zwei Jahre geprüft habe, sei auch nicht mit weitergehenden Sicherheiten und Bürgschaften verbunden." Am 23. April wird Lorig in der SZ dann wie folgt zitiert: "Die Anlage wird zu 40 Prozent aus Eigenmitteln und zu 60 Prozent aus Krediten finanziert. Dies übernehme die Saar LB zu banküblichen Sicherheiten." Dies ist für einen Laien nicht mehr verständlich. Dabei geht es letztendlich um die Frage, wer im Falle einer Pleite auf den Schulden sitzen bleibt.

Jedermann weiß, dass das Projekt "Meeresfischzuchtanlage" finanziell riskant ist. Wenn ein normaler privater Investor hier sein Geld riskiert - Hut ab. Doch hier musste der Landtag des Saarlandes eigens eine Gesetzesänderung beschließen, damit die Stadt Völklingen als Kommune unternehmerisch tätig werden konnte.

Harald Zimmermann, Großrosseln, und

Heinz Adams, Fürstenhausen

Wie lange werden

wir verschaukelt?

Am 25. Februar wurde OB Lorig mit der Aussage in der SZ zitiert, auch im Falle eines Bankrotts gebe es keine Rückgriffsmöglichkeit auf die Muttergesellschaft Stadtwerke. Am 23. April hieß es dann, wieder von Lorig, die Stadtwerke Holding habe eine Bürgschaft für eine Million Euro Anlaufverlust übernommen. Ist das eine Falschaussage oder eine Falschmeldung? Eines ist sicher: Dafür haften wir, die Bürger, über unsere Zwangsmitgliedschaft bei den Stadtwerken. Aber wir Bürger haften noch für viel mehr Geld. Laut Lorig wird die Anlage zu 40 Prozent aus Eigenmitteln, zu 60 Prozent über Kredit finanziert. Die Eigenmittel wurden den Bürgern durch zu hohe Gebühren aus der Tasche gezogen, für den Rest haften auch wieder die Bürger? So viel ich weiß, ist dies nicht zulässig. Wie lange werden wir weiter verschaukelt?

Hans Roland Krichel,

Völklingen