| 00:00 Uhr

Ein Denkmal fürs „schwarze Gold“

Die Proben für „Schwarzes Gold“ laufen auf Hochtouren. Premiere ist am 15. August. Foto: Jenal
Die Proben für „Schwarzes Gold“ laufen auf Hochtouren. Premiere ist am 15. August. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Petite Rosselle. Nach einer Spielpause und mit vielen Neuerungen kehren die „Kinder der Kohle“ aus Petite Rosselle auf die Bühne zurück. Ihr Stück „Schwarzes Gold“ lässt die lothringische Bergbau-Ära wieder aufleben. Von SZ-RedaktionsmitgliedFrauke Scholl

Sie spielen wieder: Nach einem Neuanfang meldet sich der Verein "Les Enfants du Charbon" ("Die Kinder der Kohle") von Laien-Darstellern aus Lothringen und dem Saarland mit einem neuen Schauspiel zurück. Ein "grandioses Spektakel" zur Geschichte des Bergbaus kündigte Vereinspräsident Rémy Grosz am Freitag im Bergbaumuseum "Musée les Mineurs Wendel" in Petit Rosselle an. Auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks wird das Stück "Schwarzes Gold" ab Donnerstag, 15. August, an fünf Terminen gespielt. Nicht nur der authentische Freiluft-Spielort sei nach dem "Krisenjahr" 2012 neu im Programm, sagte Grosz. Mit neuem Personal und neuem Konzept zeigt die Truppe eine Uraufführung, die "das Erbe unserer Region" ehren soll, "auf das wir stolz sein können". Das gelte für Lothringen ebenso wie für das Saarland.

Seit 2004 setzt der Verein dem Bergbau durch seine Stücke ein lebendiges Denkmal. Im Vorjahr führte ein Streit zur Trennung von Ex-Regisseurin Sylvie Dervaux und zu einer Spielpause. Der neue künstlerische Leiter Laurent-Guillaume Dehlinger hat nun viel vor. Im Fokus des Spektakels mit Video-Projektionen, Feuer-Effekten und Musik sollen die Bergleute und ihre Familien stehen. "Sie haben ja die Region geprägt." Zur Handlung mochte der Chef nicht viel verraten. "Das ist eine Überraschung." Nur so viel: Das etwa eineinhalbstündige, interaktive Stück in deutscher und französischer Sprache spielt in der lothringischen Montan-Ära vom Boom der 1950er Jahre bis zum endgültigen Aus 2004. Es geht um Maloche, Gemeinschaft und Verlust - eine Hommage an die Kohle, aber vor allem an die Bergleute, die "Gueules Noires" (frei übersetzt: "Schwarzgesichter"), wie der Originaltitel lautet. Bezuschusst wird das Projekt von Politik und Partnern beiderseits der Grenze, erstmals auch vom Regionalverband Saarbrücken.

Einer der rund 100 Laien-Schauspieler, darunter etwa 15 Saarländer, ist Vorstandsmitglied Ludwig Speicher aus Großrosseln. Auch der ehemalige Bergmann kennt noch nicht das ganze Stück. Aber bald, denn geprobt wird nun täglich. Schon jetzt sagt Speicher: Der Neuanfang sei gelungen. "Vielleicht wird es unser bestes Stück."

Spieltermine: 15., 16., 17., 23. und 24. August, jeweils ab 21.30 Uhr. Karten bei Ticket Regional, Cora Leclerc. Auskunft erteilt unter Tel. (00 33) 3 87 82 41 23.