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Ein Bewusstsein für die Not

St. Ingbert. Acht Wölflinge und Jungpfadfinder der DPSG St. Ingbert-Mitte, Pfarrei St. Franziskus und St. Konrad, rückten vergangenen Mittwochnachmittag mit drei gut gefüllten Bollerwagen am "Treff em Gässje" an. Ihre schwere Fracht: haltbare Lebensmittel und dringend benötigte Hygieneartikel im Wert von mehreren Hundert Euro für die Besucher der Caritas-Einrichtung Von SZ-Mitarbeiterin Kerstin Keller

St. Ingbert. Acht Wölflinge und Jungpfadfinder der DPSG St. Ingbert-Mitte, Pfarrei St. Franziskus und St. Konrad, rückten vergangenen Mittwochnachmittag mit drei gut gefüllten Bollerwagen am "Treff em Gässje" an. Ihre schwere Fracht: haltbare Lebensmittel und dringend benötigte Hygieneartikel im Wert von mehreren Hundert Euro für die Besucher der Caritas-Einrichtung. "Sehen, Wissen, Handeln" lautet das diesjährige Motto der Pfadfinderschaft. Und so regte die Vorsitzende Sabine Lenhart als erste Aktion an, den Treff zu unterstützen. Im März verfasste sie einen Elternbrief und einen Brief an die Mitglieder der Kirchengemeinde, in dem sie darauf hinwies, dass es "auch in unserer Stadt Menschen gibt, die in Armut leben". Sie rief dazu auf, für diese Menschen Lebensmittel und Hygieneartikel zu sammeln und bei den Pfadfindern abzugeben. "Es war mir wichtig, dass nicht nur die Pfadfinder alleine sammeln, sondern dass sich alle zusammen engagieren - ganz nach dem Leitspruch 'Gemeinsam sind wir stark'", sagt Sabine Lenhart. Über die Resonanz war sie dann selbst überrascht.



"Die Pfadfinder unterstützen uns schon seit einigen Jahren. Sonst allerdings immer vor Weihnachten", erklärt Ursula Rodner, die bei der Caritas für den Treff zuständige Sozialarbeiterin. "Aber wir sind sehr froh, wenn sich die Spendenbereitschaft ein bisschen mehr übers Jahr verteilt.

Geschenke zu Weihnachten

Zu Weihnachten kommt immer sehr viel. Doch in den anderen Zeiten ist die Not auch groß." Das heißt aber nicht, dass die Pfadfinder den "Treff em Gässje" jetzt nicht mehr zu Weihnachten beschenken: "Das machen wir natürlich weiterhin", so Lenhart. "Mir ist wichtig, dass das Bewusstsein der Leute für die Not ihrer Mitbürger noch mehr geweckt wird. Und ich würde mich freuen, beim nächsten Mal hier mit zehn Bollerwägelchen vorfahren zu können."

Der Bedarf ist tatsächlich groß. Ursula Rodner bringt die zunehmende Zahl ihrer Besucher mit der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Arbeitsmarktsituation in Zusammenhang. Derzeit besuchen täglich durchschnittlich 27 Leute die Einrichtung, die montags bis freitags von neun bis 13 Uhr ihre Pforten öffnet. "Das sind sehr viele Bedürftige." 25 Ehrenamtliche, 21 Frauen und vier Männer, kümmern sich um den Treff. "Das mag sich viel anhören, aber wir könnten jederzeit noch mehr Leute gebrauchen", sagt Ursula Rodner.