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Eigelb-Ravioli in Indien

Sterne-Koch Jens Jakob (l.) und sein Sous-Chef Peter Wirbel aus dem Restaurant „Le Noir“ waren auf Koch-Tour in Thailand. Foto: Le Noir
Sterne-Koch Jens Jakob (l.) und sein Sous-Chef Peter Wirbel aus dem Restaurant „Le Noir“ waren auf Koch-Tour in Thailand. Foto: Le Noir FOTO: Le Noir
Saarbrücken. Einige der saarländischen Sterneköche verwöhnen nicht nur in ihren Restaurants in der Heimat ihre Gäste, sondern unternehmen auch regelmäßig kulinarische Reisen in alle Welt. Wir haben uns bei ihnen umgehört. Von SZ-MitarbeiterMarko Völke

Nach zwei nicht alltäglichen Arbeitseinsätzen in Thailand ist Jens Jakob, Inhaber des Saarbrücker Zwei-Sterne-Restaurants "Le Noir", gestern nach Indien gereist. Im Ressort "Shillim Estate Retreat and Spa", drei Autostunden vom Flughafen Mumbai entfernt, kocht er mit seinem Sous-Chef Peter Wirbel bei drei Veranstaltungen. "Der Direktor, Andreas Krämer, ist gebürtiger Saarländer und hat seinen Hotelmeister auf der Mügelsbergschule in Saarbrücken gemacht. Dort haben wir uns kennen gelernt", erklärt Jakob, wie es zu der 14-tägigen Einladung gekommen ist.

Der Sternekoch möchte dort seinen Gästen Gerichte wie Salzwiesenlamm oder Eigelb-Ravioli servieren, die auch in seinem Heimatbetrieb auf der Karte stehen. Dabei berücksichtige man jedoch die dortigen Lebensgewohnheiten, wie zum Beispiel, dass das Rind als heiliges Tier gilt. Obwohl die Urlaubs-Oase quasi mitten in der Prärie liegt, steht für den Saarländer fest: "Wir müssen nichts mitbringen." Heute würden die benötigen Waren quasi bis in die letzte Ecke der Welt geliefert. Zudem gebe es vor Ort Firmen, die sich auf europäische Produkte spezialisiert hätten. Manchmal würden in den Küchen der Luxus-Hotels sogar Maschinen von deutschen Firmen eingesetzt, die es hier gar nicht zu kaufen gebe, erklärt er. So hat Jakob zum Beispiel nach seiner Rückkehr aus Thailand vergeblich versucht, einen Dörrautomat zum Trocknen von Obst zu beziehen, den er in Phuket gesehen habe. "Man lernt auch neue Produkte kennen", ergänzt er. So habe er von seinen Kochtrips zum Beispiel Kräuter, Öle sowie eine Wunderbeere mitgebracht, nach deren Genuss eine Zitrone wie Zucker schmecke.

Wenn Klaus Erfort beruflich im Ausland unterwegs ist, verschickt er die dazu benötigten Zutaten dagegen zuvor mit einer Spedition. Dazu, sich vor Ort darum zu kümmern, fehlt dem Drei-Sterne-Koch die Zeit. So sei es für ihn bei seinen früheren Arbeitsreisen ins "Hotel Oriental" nach Thailand oft direkt vom Flughafen Bangkok in die Küche gegangen. Zudem stand er unter anderem schon in Singapur und Dubai am Herd. Zurzeit liegt dem Saarbrücker eine Anfrage aus Hongkong vor.

Neben der Übernahme des Caterings bei Groß-Veranstaltungen wie dem Pariser Autosalon war Alexander Kunz unter anderem schon im "Club Aldiana" auf Malaga sowie an Bord der Luxusschiffe "MS Arkona" und "Aida" auf dem Mittelmeer und in Saudi-Arabien tätig. "Das ist eine sehr große logistische Herausforderung", weiß der Bliesener Sternekoch. Man könne auf See nicht mal eben in einen Laden gehen und fehlende Zutaten besorgen. Zudem sei der Platz in der Bordküche oft beengt und die Kommunikation mit den Mitarbeitern aus vielen Ländern manchmal schwierig. Aktuell liegt Kunz wieder eine Anfrage vor. "Aber wir haben im Hauptgeschäft und mit der Dinner-Show sehr viel zu tun."

"Wir sind immer ausgebucht", erklärt auch Cliff Hämmerle, dessen Restaurant in Blieskastel 2012 erstmals mit einem "Guide Michelin"-Stern ausgezeichnet wurde. Für Kochen oder Catering im Ausland fehlten ihm Zeit und Leute. Stattdessen unterstütze er mit Showkoch-Aktionen soziale Zwecke in der Region. In den USA ist er im Herbst nur privat unterwegs: "Ich laufe beim New-York-Marathon mit."