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Durch die Cevennen mit einer selbst gebauten Wandergitarre

Lino Battiston wanderte durch die Cevennen. Foto: Veranstalter
Lino Battiston wanderte durch die Cevennen. Foto: Veranstalter FOTO: Veranstalter
Siersburg. 133 Jahre nachdem der schottische Autor Robert Louis Stevenson seine „Reise mit dem Esel durch die Cevennen“ unternahm, folgte ihm der Siersburger Lino Battiston. Allerdings bewältigte Battiston den Weg zu Fuß. Von SZ-Mitarbeiter Erhard Grein

Welche Gemeinsamkeit verbindet den schottischen Schriftsteller Robert Louis Stevenson (unter anderem bekannt durch den Klassiker "Die Schatzinsel") mit dem 1953 geborenen Saarländer Lino Battiston aus Siersburg? 133 Jahre nachdem Stevenson seine "Reise mit dem Esel durch die Cevennen" im französischen Zentralmassiv unternommen hatte, folgte der Siersburger Gitarrist, Komponist und Liedermacher den Spuren von Stevenson.

Stevenson hatte sich am 22. September 1878 zwölf Tage lang mit einer Fußwanderung von Le Monastier-sur-Gazeille auf den Weg gemacht, um durch eine wilde Gebirgslandschaft nach etwa 220 Kilometer Saint-Jean-du-Gard zu erreichen. Für Stevenson war es eine Wanderung mit Hut, Wanderstock, Zelt und der Eselin "Modestine". Der Wanderweg ist heute bekannt als "Chemin de R.L. Stevenson".

Lino Battiston hatte die von Stevenson erwanderte Strecke am Anfang und am Ende um zwei Etappen, ausgehend von Le Puy-en-Velay bis nach Alès, erweitert und mit einer Gesamtlänge von etwa 250 Kilometer zu Fuß bewältigt. Lino wurde anstelle einer Eselin von der selbst gebastelten Wandergitarre, die er sinnigerweise "Modestine" nannte, und einem Rucksack begleitet.

Die Eindrücke seiner strapaziösen Fußwanderung hat der Siersburger Autor in einem fesselnden Buch "Mit Rucksack & Gitarre. Auf dem Chemin de R.L. Stevenson durch die Cevennen" anschaulich geschildert. Bei einzelnen Kapiteln hat er wörtlich Eindrücke von Stevensons Fußweg eingebaut. Hinzu kommen einige poetische Zitate, die dem Ganzen eine besondere Note geben. Bei der Lektüre fühlt man sich als Wanderbegleiter.

Ergänzt werden die Schilderungen durch Fotos. In seinem ersten Werk "Tage in der Provence", das Erlebnisse an der Ardèche wiedergab, hatte Lino Battiston bereits ein interessantes reich bebildertes Buch verfasst. Das jetzt vorgelegte Buch macht die dreizehn Etappen der Wanderung von Lino Battiston zu etwas Außergewöhnlichem. Es ist die präzise Beschreibung einer einzigartigen Landschaft, von kulturellen Zeugnissen der Baukunst und der Begegnung mit Menschen, von denen viele noch von der Wanderschäferei und karger Landwirtschaft leben.

Bei der Beschreibung des letzten Tages, dem Weg von Mialet nach Alès, schreibt Lino Battiston unter anderem, dass mit seinem Passieren des Col d'Uglas ihn eine faszinierende Naturlandschaft und eine Erlebniswelt, verlassen habe.

Unter dem Motto "Eine musikalische visuelle Erzählstunde" stellt Lino Battiston sein neues Buch mit Fotos, Dias und Musik am Freitag, 27. September, 19 Uhr, im Gasthaus Gellenberg in Hemmersdorf vor.