| 20:15 Uhr

Dünn ist auch keine Lösung

Die Erkenntnis kommt beim Shoppen. Obwohl ich seit zwei Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio renne, ist der Blick in der Umkleidekabine, einen Meter vom Spiegel entfernt, doch ernüchternd. "Eher Lehrer Lämpel als Adonis". Bei einer Größe von 1.94 Meter wog ich zu Jahresbeginn nur knapp 74 Kilogramm

Die Erkenntnis kommt beim Shoppen. Obwohl ich seit zwei Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio renne, ist der Blick in der Umkleidekabine, einen Meter vom Spiegel entfernt, doch ernüchternd. "Eher Lehrer Lämpel als Adonis". Bei einer Größe von 1.94 Meter wog ich zu Jahresbeginn nur knapp 74 Kilogramm. Dünne Ärmchen, schmales Gesicht und ein Oberkörper, der selbst bei schneller Fahrt auf dem Fahrrad, kaum Angriffsfläche für Wind bietet. Wunderbar für lange Fahrradtouren, aber optisch mies. In diesem Jahr soll das anders werden. Mein Ziel: acht Kilo zunehmen. Wer nun denkt, der arme Kerl hat nichts zu essen, der irrt: Ich kann essen wie ein Scheunendrescher. Ich mag kräftige Soßen, Fleisch lieber als Gemüse, mein Brot mit ordentlich Butter, und mit meinen Freunden Döner und Burger bin ich regelmäßig verabredet. Es liegt wohl nicht daran, was ich esse, sondern wie. Wenn sich im Büro die Arbeit häuft, fällt die Mittagspause flach. Und auch wenn ich mir ab und zu den Bauch vollschlage, ist das kein Garant für ein Wohlstandsbäuchlein. Doch ich habe mich geändert. Das Joggen habe ich vorerst eingestellt, damit die kleinen Kalorienchen Zeit haben, sich einzuleben. Pro Tag esse ich vier Mal. Das Frühstück mit Brot oder Brötchen, Schokocrème und Tee. Auf der Fahrt ins Büro dann noch ein Donut gekauft - für zwischendurch. Die Mittagspause: Kalorienbewusst isst meine Freundin, bewusst viele Kalorien esse ich. Bis zum Feierabend gibt es noch eine Banane und ein Stück Kuchen oder Kekse. Das Abendbrot bringt Vollkornbrot, Käse, Wurst und Salat genüsslich ab. Und siehe da: Die Pfunde kommen. Nach drei Monaten sind es sechs Kilo. Nun lautet die Devise: Gewicht halten. Der Jojo-Effekt hieße bei mir: abnehmen. Ich esse also weiter und gehe ins Fitnessstudio - wegen der fehlenden Muskeln. Im Mai dann der Test vorm Spiegel. Den Lämpel will ich dann nicht mehr sehen. fab