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Besitz und Handel von Drogen
Oberster Linken-Richter ist in U-Haft

(Symbolbild)
(Symbolbild) FOTO: dpa / Britta Pedersen
Saarbrücken/Saarlouis. Fahnder haben bei Nikolaus Staut zwei Kilogramm Haschisch gefunden, außerdem soll er angeblich auch in den Handel mit Amphetaminen verstrickt sein. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Seit mehr als drei Wochen sitzt Nikolaus Staut (66), Vorsitzender der Landesschiedskommission der Linken, bereits hinter Gittern. Nach Angaben von Pressestaatsanwalt Mario Krah wurde er nach monatelangen Ermittlungen am 7. November in seiner Saarlouiser Wohnung festgenommen. Dort entdeckten Drogenfahnder zwei Kilogramm Haschisch. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an. Staut steht demnach im dringenden Verdacht des Besitzes und Handels von Drogen in „nicht geringen Mengen“. Weitere Detailangaben lehnte Krah ab. Er machte insbesondere zu einem angeblichen Bezug des Falles zu einem „Costa-Rica“-Drogenring keine Angaben.


Angeblich soll der oberste Partei­schiedsrichter der Saar-Linken, der seit 2016 in diesem Amt ist, auch in den Handel mit Amphetaminen verstrickt sein. Die Ermittler wurden offenbar bei einer Telefonüberwachung gegen einen anderen Beschuldigten auf den Saarlouiser aufmerksam. Seit Januar dieses Jahres haben die Drogenfahnder ihn intensiv im Visier. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage, dass die Telekommunikation des Beschuldigten, der parteiintern zum Lager des Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze gerechnet wird, überwacht wurde. Telefonate mit dem Parlamentarier seien in diesem Zusammenhang nicht aufgefallen.

Der Saarbrücker Rechtsanwalt Marius Müller verteidigt den Inhaftierten. Er sagt: „Mein Mandant macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Zu gegebenem Zeitpunkt und nach Einsicht in die Akten werden wir eine Stellungnahme abgeben.“