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Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst
Die Zauber-Elite zu Gast im Saarland

Auch der Magier Dirk Losander (rechts) aus Las Vegas führt auf der Magica 2017 seine Zaubertricks vor. Foto: Becker&Bredel
Auch der Magier Dirk Losander (rechts) aus Las Vegas führt auf der Magica 2017 seine Zaubertricks vor. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Noch bis Sonntag wird in Saarbrücken die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst ausgetragen. Zuschauer erwartet ein umfangreiches Programm. Marko Völke

In der Saarbrücker Congresshalle geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. In allen Bereichen tummeln sich Zauberer und Gäste aus der ganzen Welt. Die "Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst (Magica 2017)" vereint noch bis Sonntag rund 800 Künstler aus über 20 Nationen, darunter auch Lee Ju-Yong von "JL Magic" aus Korea, der auf der Händlermesse im Saal Ost seine Illusionen anbietet. Ein paar Jungs schauten sich am Freitag neugierig seine Zauber-Utensilien an, unter anderem Karten und Bälle: "Ich mag dieses Festival", betonte Ju-Yong. Auch vor dem Stand des Amerikaners Mark Mason aus Florida herrschte dichtes Gedränge. In englischer Sprache wurde enthusiastisch diskutiert. Bei Verständigungsproblemen wurde eingelenkt: "Ich spreche auch ein ganz kleines bisschen Deutsch."


Der Trend bei den Zauber-Utensilien geht hin zu Alltagsdingen. "Auch elektronische Gegenstände werden immer beliebter", sagt Smiltis von Zauber Kellerhof aus Bonn und fügt hinzu: "Aber auch die Klassiker wie Kartentricks oder Bücher sind immer noch gefragt." Einfache Illusionen kosten ungefähr fünf bis zehn Euro. Professionelle Tricks belaufen sich auf bis zu 250 Euro oder gar etwas mehr. Irgendwo zwischen den ganzen Ständen huschte auch der saarländische Zauberer Kalibo umher: "Die Veranstaltung ist gut organisiert. Morgen bin ich übrigens bei der Straßenzauberei in der Europagalerie mit dabei", sagte er.

Währenddessen ging im Großen Saal gerade der Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft in der Sparte Zauberkunst für Kinder über die Bühne. Den Anfang machte dabei Magic Markus als Zauberpirat Markus. Die Kinder, unter anderem Hilfspiratin Lisa, die ihn bei seinen Tricks unterstützte, hatten schnell herausgefunden, dass sich hinter der gutmütigen, etwas tollpatschigen Fassade ein raffinierter Schatzsucher verbirgt. Die kleinen Gäste spendeten ihm reichlich Applaus.



Zwischen den einzelnen Zauberern aus ganz Deutschland stand der saarländische Künstler Eddi Zauberfinger mit seiner Gitarre auf der Bühne. Zu seinen Darbietungen spielten, klatschten, johlten und tanzten die Kinder ausgelassen. Auch Smilla und Tilda und einige weitere Teilnehmer sorgten mit ihrem Programm für gute Laune.

Neben dem Wettbewerb "Zauberkunst für Kinder" wird noch bis Sonntag die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst in weiteren Kategorien ausgetragen. "Es haben sich fast 50 Teilnehmer in verschiedenen Sparten qualifiziert", erklärte der saarländische Zauberer Maxim Maurice, der die Veranstaltung zusammen mit seinem Kollegen Markus Lenzen auf die Beine gestellt hat. Die Preisverleihung ist am Sonntag, in der Zeit von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr, im Großen Saal der Congresshalle.

Die Leistungen der Teilnehmer werden von einer Fachjury bewertet. "Die Kriterien sind von Sparte zu Sparte unterschiedlich", erläuterte der St. Wendeler Zauberkünstler Jakob Mathias, der zu den Juroren gehört: "Bei Manipulationen ist beispielsweise die Technik gefragt. Bei der Comedy hingegen steht unter anderem die Präsentation im Vordergrund." Und Maxim Maurice ergänzte: "Das Niveau der Teilnehmer ist in diesem Jahr hoch, auch wenn natürlich nicht jeder gewinnen kann."

Im Gegensatz zu Maxim und Lenzen, die voll und ganz mit der Organisation der "Magica 2017" beschäftigt sind, wird Jakob Mathias auch selbst auf der Bühne stehen. An diesem Samstag ist er von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr mit einem Seminar im Großen Saal zu erleben. Bereits am Freitag gab Markus Zink seinen Vortrag zum Besten. "Er hat Requisiten aus Schrott gebastelt. Das macht ihn einzigartig", beschrieb ihn Maxim Maurice. Markus Zink erklärte seine Philosophie sowie einige Tricks und führte auch einige davon vor. Maxim Maurice zeigte sich von der bisherigen Resonanz der Gäste zufrieden: "Es ist super gelaufen", betonte er. Das Magic Dinner am vergangenen Donnerstag beispielsweise sei sehr gut bei den Kollegen angekommen. "Die Gäste waren entspannt. Das war ein besonderer Tag", zog er eine erste Bilanz.

Zum Thema:

Die "Magica 2017" läuft noch bis Sonntag. Neben den internen Veranstaltungen gibt es auch ein Programm für die Öffentlichkeit. So wird am Samstag Straßenzauberei vorgeführt, von 12.45 bis 13.45 Uhr auf der Treppe im Bürgerpark neben der Congresshalle und von 14 bis 15.30 Uhr sowie von 15.30 bis 17 Uhr in der Europagalerie in Saarbrücken. Um den Andrang zu verteilen, werden die Zuschauer gebeten, sich für eine Vorstellung zu entscheiden. Mit dabei ist unter anderem der saarländische Zauberer Kalibo. Höhepunkt der "Magica 2017" ist die Zaubergala "Modern Art of Magic", die am Samstag, 20 bis 22.30 Uhr sowie am Sonntag, 18 bis 20.30 Uhr, im Großen Saal über die Bühne geht. Die Samstagsshow ist bereits ausverkauft. www.magica2017.de