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Die Schönheit der Antike

Schön machen wie die Römer: Lilli (links) und Pauline testen die eigens hergestellte Schminke sofort im eigenen Gesicht. Dabei waren Konzentration und eine ruhige Hand gefragt.Fotos: red/Morawski
Schön machen wie die Römer: Lilli (links) und Pauline testen die eigens hergestellte Schminke sofort im eigenen Gesicht. Dabei waren Konzentration und eine ruhige Hand gefragt.Fotos: red/Morawski
Schwarzenacker. Beim Kindersommer im Römermuseum Schwarzenacker wurde am Dienstag vor allem für die weiblichen Besucher etwas geboten. In römischer Manier wurden Kosmetik-Produkte gemischt und Schmuck aus Ton hergestellt. Auch römische Frisuren wurden geflochten. Von SZ-RedaktionsmitgliedJan Morawski

Im alten Rom ging es nicht nur um Männer - um Gladiatorenkämpfe oder prunkvolle Rüstungen. Davon durften sich am Dienstagmittag insgesamt 16 Kinder im Rahmen des Kindersommers im Römermuseum Schwarzenacker überzeugen. Und besonders die Mädchen unter ihnen kamen dabei auf ihre Kosten. Den ganzen Nachmittag wurde Schminke hergestellt und Schmuck gebastelt.

Trotz des heißen Wetters fanden viele Nachwuchs-Römer den Weg ins Museum. "Wir haben eben treue Fans", sagte Betreuerin Renate Dilly-Liefke schmunzelnd. Und diese Fans waren sofort mit Begeisterung bei der Sache. Eine Gruppe mischte mit Ulrike Praschno altertümliche Kosmetik-Produkte zusammen, die andere formte Ton zu Schmuckstücken in verschiedenen Formen. Und alle waren in bunte Römerkostüme mit Gürtel gehüllt.

Waschen wie die Römer

Doch zuvor durften sich die Kinder sauber machen - jedoch nicht wie zu Hause unter der Dusche. "Die alten Römer haben sich mit Öl und Rosenwasser gereinigt. Sie hatten keine Seife", verriet Dilly-Liefke. Der Rosenduft war allgegenwärtig. Danach ging es am Schmuck-Tisch weiter. Dort wurden Schnüre auf die richtige Länge gebracht und Tonperlen geformt. Auch aufwendige Schlangenarmbänder wurden hergestellt und sofort ausprobiert.

Am Nebentisch waren die Mienen konzentrierter. Das Mischverhältnis für die Gesichtscreme musste stimmen: Wachs, Olivenöl, Rosenöl - alles in einem Topf erhitzt. Dabei half jedes Kind mit, ob beim Dosieren der Zutaten oder beim Rühren der Mischung. Heraus kam eine steife Creme. Und auch die Konsistenz des tiefroten Lippenstifts stimmte. Gute Arbeit. "Fühlt sich gut an auf der Haut", berichtete Lilli, während sie auch die gerade gemischte Schminke gekonnt im Gesicht verteilte, "besonders den Zimt riecht man heraus". "Das ist angenehm", ergänzte Pauline. Die fertigen Produkte, sorgfältig in Ton-Gefäße abgefüllt, konnten die Kinder nach getaner Arbeit mit nach Hause nehmen. "Die werden wir auch zuhause noch benutzen", verriet Pauline.

Nach der wohl verdienten Getränke-Pause standen römische Frisuren auf dem Programm. "Da wird viel geflochten. Das ist besonders für die Mädchen interessant", erklärte Ulrike Praschno. Für die kurzhaarigen Jungs standen Würfelspiele bereit. "Die zocken ja gerne", sagte Praschno.

Für die jungen Römer und vor allem die Römerinnen war es also ein gelungener Nachmittag, aus dem sie neben (alt-) modischen Frisuren mit Taschen voller eigens hergestellter Pflegeprodukte den Heimweg antraten.

roemermuseum

-schwarzenacker.de



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Auf einen BlickDer Kindersommer geht dienstags im Römermuseum weiter: "Römische Spiele und Freizeitgestaltung" heißt das Motto am 30. Juli. Am 6. August dreht sich alles um "Legionäre in Schwarzenacker" und "Arbeiten mit Ton und Wolle" stehen am 13. August im Mittelpunkt. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Veranstaltung und Kind 17 Euro. Darin enthalten sind Materialkosten sowie ein Imbiss und Getränke. Eine Anmeldung ist unter unter Tel. (0 68 48) 73 07 77 erforderlich. jan

Auch beim Schmuckbasteln hatten die Kinder Spaß. Aus Schnüren und Tonperlen entstanden Halsketten und Armbänder.
Auch beim Schmuckbasteln hatten die Kinder Spaß. Aus Schnüren und Tonperlen entstanden Halsketten und Armbänder.