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Kommentar
Die Richtung stimmt

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Man muss gar nicht lange um den heißen Brei reden: Die Zustände und Arbeitsbedingungen in der Krankenhauspflege sind eines hochentwickelten und wirtschaftlich starken Landes unwürdig. Erstaunlicherweise hat der Personalmangel in der Vergangenheit kaum jemanden wirklich interessiert. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die gute Nachricht ist: Die Zeiten, in denen Krankenschwestern und Krankenpflegern freundliches Desinteresse entgegengebracht wurde, sind vorüber. Die saarländische Landesregierung hat einen massiven Personalengpass eingeräumt und eine Bundesrats-Initiative gestartet, um Personaluntergrenzen für alle Stationen festzulegen. Und auch in der Bundespolitik wächst die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann.


Von alledem können sich Pflegekräfte und Patienten noch nichts kaufen, solange nichts beschlossen ist. Aber die Richtung stimmt.

Die Pflege ist darüber hinaus zu einem wichtigen Symbolthema für das Vertrauen in die Politik geworden. Die Frage lautet: Ist die Politik noch imstande, reale Probleme zu lösen und die Lebensbedingungen der Menschen ganz konkret zu verbessern? Enttäuschungen haben die Pflegebeschäftigen, die Patienten und ihre Angehörigen in der Vergangenheit genug erlebt.