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Die Renaissance des Saarweins

Christiane Wagner ist eine der erfolgreichen Winzerinnen an der Saar. Foto: Alexander Schumitz
Christiane Wagner ist eine der erfolgreichen Winzerinnen an der Saar. Foto: Alexander Schumitz FOTO: Alexander Schumitz
Saarburg/Konz. Weinkritiker loben derzeit die Saarwinzer in höchsten Tönen. Die Weine von der Saar erleben aktuell eine Renaissance – und das, obwohl das Anbaugebiet seit 2006 nicht mehr Mosel-Saar-Ruwer heißt. Vom 23. bis zum 25. August feiern zehn Weingüter den zweiten Saar-Riesling-Sommer. Von SZ-MitarbeiterAlexander Schumitz

Der Saarwein wird wieder hoch gehandelt. Die Kritiker loben seine Qualität, so wie erst kürzlich in einer deutschen Boulevardzeitung den Saarburger Riesling Trocken 2012 des Weinguts Geltz-Zilliken. Martin S. Lambeck sagt: "Das ist ein sehr dichter, nachdrücklicher Riesling mit einer feinen Schiefernote und Aromen von Aprikose und Maracuja." Und der Weinführer Gault-Millau hat den Jahrgang 2011 als "Wein des Jahres" ausgezeichnet. Im Herbst 2012 erzielte eine Flasche 2009er Trockenbeerenauslese des Weinguts den Stückpreis von 1700 Euro.

Im Blick der Weinkenner

Erst vor Kurzem erhielt Christiane Wagner vom Weingut Dr. Wagner in Saarburg von der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker für ihren Riesling Jahrgang 2011 einen Wine Award. Die Winzerin glaubt, dass die jüngsten Erfolge des Saarrieslings darauf zurückzuführen sind, dass das "kleine und hochwertige Weinanbaugebiet wieder mehr in den Blick der Weinkenner gerückt ist". Wagner betont, dass sich in ihrem Weingut die Weinherstellung in den vergangenen 100 Jahren kaum verändert habe. "Wir bauen traditionell im Holzfass aus. Stahlfässer setzen wir allenfalls zum Vorgären ein."

Für den englischen Weinkritiker Stuart Pigott sind die Gründe für die Qualität der Weine vielfältig: Das Terroir - so nennen Weinkenner das Gebiet, aus dem ein Wein kommt - sei durch steile Weinberge, Wiesen im Tal und Wald auf der Höhe gekennzeichnet. Dank wärmerer und längerer Sommer reifen die Rieslingtrauben aus. Den letzten Weinjahrgang der Region, den der amerikanische Weinkritiker Robert Parker mit "durchschnittlich" bewertet hat, war der 2000er.

Mit "unterdurchschnittlich" hat Parker zuletzt den 1980er Jahrgang beurteilt. Eine Feststellung, die auch Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Moselwein e. V., bestätigt. Neben den als "cool climate" (englisch für kühles Klima) beschriebenen günstigen Vegetationsbedingungen sieht er als weiteren Pluspunkt für den Anbaubereich die Betriebsgröße der Weingüter. "Die lassen sich betriebswirtschaftlich gut führen und vermarkten. Daher sind sie für Investoren interessant." Er glaubt aber auch, dass die "Renaissance" des Anbaubereichs mit geänderten Geschmacksvorlieben der Weintrinker zusammenhängt: "Der Trend geht seit längerem wieder zu eleganten und leichten Weinen. Die Voraussetzungen für solche Weine sind an der Saar ziemlich perfekt."

Wer die besondere Qualität des Saarrieslings testen will, kann das am Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, beim Saar-Riesling-Sommer machen. Zehn Weingüter zwischen Konz und Serrig öffnen dann ihre Weinkeller und laden zum Probieren ein.



Zum Thema:

Auf einen BlickTeilnehmer am Saar-Riesling-Sommer: Schloss Saarstein (Gast: Dr. Siemens) in Serrig; Geltz-Zilliken (Gast: Peter Lauer, Ayl) und Dr. Wagner (Gast: Domaine Desom, Remich) in Saarburg; Dr. Fischer (Gast: St. Urbans-Hof, Leiwen), Bischöfliche Weingüter (Gäste: Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Weinhof Herrenberg) in Wiltingen; von Hövel (Gäste: Salwey, Alice Hartmann, Domaine Lea Linster, René Benz, Contino Rioja) in Oberemmel; Johann Peter Mertes (Gast: Karthäuserhof) und von Othegraven in Kanzem sowie Reverchon und Piedmont in Konz-Filzen. Der Galaabend mit einem Essen des Kochs Harald Rüssel am Freitag, 23. August, ist ausverkauft. Wer am Samstag, 24., oder am Sonntag, 25. August, einzelne Weingüter besuchen will, zahlt zehn Euro pro Weingut. Das Wochenendticket kostet 30 Euro; damit können alle Weingüter besucht werden. Zwischen den einzelnen Weingütern wird ein Shuttledienst eingerichtet. redEinen Fahrplan zum Herunterladen gibt es im Internet.www.bischoeflichegueter.de/aktuell