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"Die Kirche muss neue Wege gehen"

St. Wendel. Fast 100 Termine bis zum 26. Juni. Das ist formal die Aufgabe, der sich der Trierer Diözesanadministrator Bischof Robert Brahm bei seiner aktuellen Visitation im Dekanat St. Wendel stellt. Am 14. Mai hat die Rundreise durch die 34 Pfarreien mit elf Filialen in 13 Pfarreingemeinschaften im Landkreis St. Wendel begonnen

St. Wendel. Fast 100 Termine bis zum 26. Juni. Das ist formal die Aufgabe, der sich der Trierer Diözesanadministrator Bischof Robert Brahm bei seiner aktuellen Visitation im Dekanat St. Wendel stellt. Am 14. Mai hat die Rundreise durch die 34 Pfarreien mit elf Filialen in 13 Pfarreingemeinschaften im Landkreis St. Wendel begonnen. Bei den Gesprächen mit allen Hauptamtlichen und den verschiedenen Gremien der Gemeinden wird die Verwirklichung des Strukturplanes 2020 ein wichtiges Thema sein, erklärte Bischof Brahm zu Beginn der Visitation am 14. Mai in Oberthal. Dabei versuche man die Seelsorge an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Wichtig dabei seien die neuen größer gewordenen Lebensräume der Menschen, die geringer werdenden Ressourcen bei Personal und Finanzen und die abnehmende Zahl in der Bevölkerung und damit auch bei den Katholiken. Für die ländlichen Regionen, wie den Kreis St. Wendel, seien dabei die Kooperation von Pfarreien in Pfarreiengemeinschaften der Regelfall. Für die Gespräche in den Gremien der Gemeinden erwartet Diözesanadministrator Brahm viele Fragen die sich aus dem Prozess der neuen Kooperation ergeben. Noch gebe es auch viele Ängste. Aber die Kirche müsse bereit sein neue Wege zu gehen, wolle man auf die Herausforderungen eine Antwort geben. Die ehrenamtliche Mitarbeit in den Gemeinden sei auch in Zukunft eine wesentliche Stütze des kirchlichen Lebens, meinte der für das Saarland zuständige Weihbischof. Es komme aber darauf an, übersichtliche Aufgaben "mit einem Anfang und einem absehbaren Abschluss" darzustellen und die Menschen in den Gemeinden dazu einzuladen. Als Beispiel könne hier die Katechese zur Erstkommunion oder zur Firmung dienen. Die gerade stattgefundene 72-Stunden-Aktion sei ein ermutigendes Zeichen dafür, dass sich auch junge Leute für anspruchsvolle Aufgaben motivieren lassen. Im Kreis St. Wendel gebe es eine hohe Identifikation der Menschen mit dem Leben in ihrer Gemeinden. "Der Gemeinschaftssinn ist hoch und im Leben der Kommunen und der Kirchengemeinden geht viel zusammen", sagte Brahm. Der Wunsch nach Spiritualität ist nach seiner Ansicht bei den Menschen eher gewachsen. Um diese Spiritualität in den kirchlichen Gemeinden auch leben zu können, brauche es aber "konkrete Zeichen und auch andere als unsere traditionellen", sagte Brahm. Auch in der Glaubensvermittlung sieht Brahm neue Anstrengungen als notwendig an. Hier setzt er auf das Zeugnis der Gläubigen, die sich im Glauben für ihre Mitmenschen einsetzen. Die Seelsorge müsse auch eine starke Kooperation mit dem schulischen Religionsunterricht suchen. Die Pfarrer sollten Kontakt zu den Schulen halten, damit die Kinder ihren Pastor kennen. red