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Die Glocken schweigen

Die Glocken der katholischen Kirche Christ König in Limbach schweigen, der marode Turm wurde gesperrt, das Läuten aufgrund von Schwingungsschäden eingestellt. Foto: Thorsten Wolf
Die Glocken der katholischen Kirche Christ König in Limbach schweigen, der marode Turm wurde gesperrt, das Läuten aufgrund von Schwingungsschäden eingestellt. Foto: Thorsten Wolf
Limbach. Seit der Adventszeit ist es im wahrsten Sinne des Wortes still geworden um den Glockenturm der katholischen Kirche Christ König in Limbach. Kein Geläut ist mehr zu hören Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Limbach. Seit der Adventszeit ist es im wahrsten Sinne des Wortes still geworden um den Glockenturm der katholischen Kirche Christ König in Limbach. Kein Geläut ist mehr zu hören. Der Grund dafür ist irdischer Natur, aufgrund seines maroden Zustandes wurde der Glockenturm Ende Dezember gesperrt, um noch mehr schädigende Vibrationen des Glockenstuhls auf die Statik des Gemäuers zu vermeiden, müssen seitdem auch die Glocken schweigen.Wer den Turm genauer betrachtet, der kann schon von außen erkennen, dass es um den Bau nicht gut bestellt ist. In Höhe der Betonplatte, die das dort direkt aufgeschraubte Glockengestühl trägt, platzt der Putz ab - sichtbares Zeichen dafür, welche Auswirkungen die Glockenschwingungen haben. Doch mit diesen Schäden ist es bei weitem nicht getan. Im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte Pfarrer Eric Klein das tatsächliche Ausmaß der Sanierungsbedürftigkeit. "Am Turm selbst gibt es eine innen liegende Dachrinne. Die war so verdreckt, dass das Wasser in den Turm hinein gelaufen ist. Das bedeutet, dass die Betondecke, auf der das Glockengestühl steht, saniert werden muss. Zudem sind im Bereich des Treppenhauses und der unter der Betondecke liegenden Etagen, die in Holz konstruiert sind, die Balken und Bretter so verfault und marode, dass es teilweise lebensgefährlich ist, den Turm zu besteigen." Dies hätte zur Sperrung des Turmes geführt. "Die Schäden sind wirklich massiv."


Bleibt nun die Frage, was mit dem Glockenturm, der derzeit keiner mehr ist, passiert. Dazu gebe es derzeit, so Eric Klein, verschiedene Sanierungsmodelle. Eine Komplett-Instandsetzung würde, laut einer ersten Kostenschätzung, mit 300 000 bis 350 000 Euro zu Buche schlagen. Im Gegensatz dazu werde auch eine Minimallösung geprüft, "bei der nur die nötigsten Reparaturen erfolgen. Aber auch da sind wir schnell bei 100 000 Euro." Denkbar sei auch, den Turm bis auf die Höhe des eigentlichen Kirchenbaus zurückzubauen und den verbleibenden, unteren Teil für die Einrichtung von Toiletten zu nutzen - ein dringender Wunsch vieler Gemeindemitglieder. Für diese dritte Variante gebe es derzeit allerdings noch keine Kostenschätzungen. Klein: "Sobald genaue Zahlen für die möglichen Sanierungsvarianten vorliegen, wollen wir die Leute aus Limbach einladen.

Dann werden wir über die tatsächlichen Fakten zu informieren. Derzeit können wir nur sagen, dass sich der Kostenrahmen zwischen 100 000 und wahrscheinlich mehr als 300 000 Euro bewegt." Immerhin könne Limbach mit einer Förderung von etwa 50 Prozent aus den Kassen der Diözese Speyer rechnen. Doch den "Rest" muss die Pfarrgemeinde selbst aufbringen.



Entscheidend für den Erfolg einer Sanierung, unabhängig von der am Ende gewählten Lösung, sei, so Eric Klein, auch das Engagement der gesamten Gemeinde - unabhängig von konfessioneller Bindung. Klein machte auch klar, dass es ihm vor allem darum gehe, die Kirche als Gottesdienstraum zu erhalten. Seine daraus folgende Einschätzung: "Lieber einen schönen und guten Gottesdienstraum ohne Turm erhalten, als jetzt viel in eben diesen Turm zu investieren - um dann in ein paar Jahren festzustellen, dass dieses Geld für eine vielleicht nötige Instandsetzung des Hauptraumes fehlt."Foto: Wolf

"Die Schäden sind wirklich massiv."

Pfarrer Eric Klein