Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Die Geschichte der Michaelskapelle

Büschdorf/Borg. Seit Jahren beschäftigt sich Martin Ollinger mit der Geschichte seiner Heimat Büschdorf. Diese brachte er nun auch – als neues Vorstandsmitglied im Kreisheimatverein – den Kollegen näher und lud sie in die Michaelskapelle ein. Von SZ-MitarbeiterNorbert Becker

Bevor sich der Vorstand des Kreisheimatvereins zu seiner Sitzung in der Villa Borg traf, folgte er einer Einladung des neuen Vorstandsmitgliedes Martin Ollinger aus Büschdorf zum Besuch der dortigen Michaelskapelle und des Bürgerhauses. "Wir freuen uns auf Deine Mitarbeit in unseren Reihen und die heutige Vorstellung", sagte der KHV-Vorsitzende Hubert Schommer an Ollinger gewandt, der sich intensiv mit seinem Heimatort beschäftigt und unter anderem das Buch "Büschdorf im Wandel der Zeiten - die Geschichte unseres Grenzdorfes von den Anfängen bis zur Gegenwart" herausgegeben hat. Ollinger zeigte sich ebenfalls erfreut über die künftige Zusammenarbeit und gab einen Abriss über die Geschichte der Büschdorfer Michaelskapelle.

Büschdorf ist seit jeher ein Filialort der Pfarrei Tünsdorf und besitzt schon seit Jahrhunderten eine eigene Kapelle. Die heutige ist offenbar bereits die dritte ihrer Art in der Dorfgeschichte. 1569 wurde erstmals durch einen Notar eine Kapelle im Dorf beurkundet. Diese Urkunde bezieht sich auf einen noch älteren Visitationsbericht über eine Nikolauskapelle, auf deren Existenz vieles hindeutet. Ihr folgte die Bernhardskapelle. Wann diese erbaut wurde, ist nicht mehr genau zu ermitteln. Eine Inschrift an deren Altar besagte aber, dass er am 16. September 1705 durch den hochwürdigen Herrn Johann Peter Verhorst, Weihbischof in Trier, konsekriert wurde. Nachdem diese Kapelle immer mehr Reparaturkosten erforderlich machte, beschloss der Gemeinderat im Jahre 1864 eine neue zu erbauen. Ein Kaufakt der erforderlichen Grundstücke führte zu Schwierigkeiten im Gemeinderat, so dass dieser erst am 7. Mai 1866 die Bauarbeiten an die Firma Peter Spanier aus Orscholz vergab.

Als der Tünsdorfer Pastor Metzen im August 1867 die bischöfliche Behörde um Erlaubnis bat, den Neubau einsegnen zu dürfen, wurde ihm diese erteilt. Verbunden war sie jedoch mit der Bitte, dafür zu sorgen, dass die neue Kapelle von der Zivilgemeinde in das Eigentum der Pfarrgemeinde überschrieben werde. Die neue Kapelle wurde wohl Anfang September 1867 eingesegnet, aber aus der geforderten Übereignung wurde bis heute nichts. Der jetzige. in der Kapelle befindliche Hochaltar hat eine besondere Geschichte. Er wurde 1864 zuerst für die Schlosskapelle der Familie von Boch in Wallerfangen angefertigt, dann 15 Jahre später wieder ab- und in Mettlach aufgebaut, von wo er dann 1882 nach Büschdorf kam. Überstand die Kapelle den ersten Weltkrieg ohne besondere Schäden, war dies im zweiten anders.

Um den Franzosen das Einschießen auf das Dorf zu erschweren, ließ die Wehrmacht das Türmchen absprengen. Nun stand die Kapelle ohne Turm und Glocke sowie schweren Schäden an Dach, Mauerwerk und Decke da. Erst 1953 konnte die Gemeinde Pläne für eine Beseitigung der Schäden in Auftrag geben. Der Turm wurde nicht mehr im alten Stil aufgebaut, sondern durch einen Dachreiter aus Sandsteinquadern ersetzt und auch eine neue Glocke angeschafft. Neuvorstandsmitglied Ollinger stellte dann in dem schmucken Bürgerhaus, das Zentrum des örtlichen Lebens für Veranstaltungen, aber auch mangels Gaststätten gern genutzter Raum für private Feiern ist, mit einer Tonbildschau das rund 300 Einwohner zählende Dorf vor.