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Die Biosphären-Fahnen wehen

St. Ingbert. Feierlaune im St. Ingberter Rathaus: Gestern Nachmittag hat Umweltminister Stefan Mörsdorf der Verwaltungsspitze einen Besuch abgestattet. So ein Ereignis wie die Anerkennung des Biosphärenreservates durch die Unesco kommt ja auch nicht alle Tage vor Von SZ-Redakteur Michael Beer

St. Ingbert. Feierlaune im St. Ingberter Rathaus: Gestern Nachmittag hat Umweltminister Stefan Mörsdorf der Verwaltungsspitze einen Besuch abgestattet. So ein Ereignis wie die Anerkennung des Biosphärenreservates durch die Unesco kommt ja auch nicht alle Tage vor. Im Überschwang, gestand Oberbürgermeister Georg Jung im Gespräch mit dem Minister ein, habe die Stadt am Mittwoch den Zusatz an den Ortsschildern "Biosphärenreservat Bliesgau" angeschweißt, ohne mit dem Landesamt für Straßenwesen Rücksprache zu nehmen. Was bedeutet: Der stolze Zusatz muss nochmal runter und unter den Schildern angebracht werden. Das stört natürlich keinen großen Geist. Schließlich dient die Werbung, mit der die Mittelstadt für die nun offizielle Modellregion wirbt, einem wichtigen Zweck. Jung erläuterte: "Es gilt, das Ganze jetzt richtig umzusetzen. Mit dem technokratischen Begriff Biosphärenreservat können die Menschen nicht viel anfangen. Es ist unsere Aufgabe, diese hervorragende Sache den Menschen nahe zu bringen." Deshalb habe die Stadt sofort begonnen, Zeichen zu setzen. Neben den Zusatzschildern hat die städtische Autoflotte einen Biosphären-Aufkleber bekommen. Fahnen wehen in der Stadt und den Stadtteilen. Luftballons sind gestern auf den Schulhöfen aufgestiegen. Nach der Kommunalwahl sollen großflächige Plakate mit einem Motiv der Künstlerin Friederike Bak unter der Zeile: "Einfach quicklebendig: Das Tor zur Biosphären-Region" für St. Ingbert und die Region als Ganzes werben. "Es war ein weiter Prozess bis zur Anerkennung des Biosphärenreservates. Nun haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, das Identifikation stiftet in unserer Saarpfalz", sagte OB Jung. Er betonte, St. Ingbert sehe sich als Motor, der gemeinsam mit den anderen beteiligten Gemeinden den Gedanken des Reservates mit Leben füllen wolle.



Worte, die Minister Mörsdorf gut gefielen. Er stellte heraus, eine Biosphäre mit einer Stadt von der Größe St. Ingberts sei einzigartig. Es gebe schon viele vorzeigbare Projekte wie das Heizwerk auf dem Drahtwerk-Nord-Areal. Die Nahwärme-Insel will die Stadt Richtung Baumwollspinnerei und Albertus-Magnus-Schulen ausweiten. Der Förderantrag, sagte der Minister, liege bei ihm auf dem Tisch. Der ist zwar noch nicht bewilligt, aber Mörsdorf machte Mut: "Es ist Geld da."

Weitere Vorzeigeprojekte im Reservat - die zweite weltweite Anerkennung für das Saarland nach der Völklinger Hütte - sollen in den kommenden Jahren hinzukommen. Mörsdorf: "Die Anerkennung in Korea war ein Meilenstein. Jetzt gilt es, beim Tourismus und den erneuerbaren Energien voranzukommen." Dabei seien Städte und Gemeinden, aber auch jeder Einzelne gefordert. Schließlich solle über den Image-Gewinn eine "konkret fassbare Wertschöpfung" in der Region entstehen. Ein Punkt, der den Bürgern das Reservat sicher näherbringen würde. "Die Anerkennung in Korea war ein Meilenstein."

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Stefan Mörsdorf