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Die bewegte Geschichte der Lakaienschäferei

In der Lakaienschäferei war bis etwa 1937 die Wasserversorgung nur über einen Brunnen möglich. Foto: HVSN
In der Lakaienschäferei war bis etwa 1937 die Wasserversorgung nur über einen Brunnen möglich. Foto: HVSN FOTO: HVSN
Neunkirchen. Die Lakaienschäferei in Neunkirchen kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. In der Zeit des Dritten Reiches war die Lakaienschäferei ein Ausbildungslager für HJ-Führer des Gaus Saarpfalz. red

Im nächsten Vortrag beim Historischen Verein Stadt Neunkirchen am Donnerstag, 1. August, befasst sich der bekannte Heimatforscher und Autor des Neunkircher Straßenlexikons, Armin Schlicker, mit der 250-jährigen wechselvollen Geschichte der Lakaienschäferei.

Diese Ortsbezeichnung ist abgeleitet von einer herrschaftlichen Schäferei, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dort eingerichtet worden war. Früher schon war in der Senke, an der heute die Autobahn die Landstraße nach Furpach überquert, ein Weiher angelegt worden. Dieser Weiher diente nach 1585 der Versorgung der Bediensteten im fürstlichen Renaissanceschloss am Oberen Markt, den Lakaien, vor allem mit frischem Fisch. Als dann knapp 200 Jahre später die Schäferei angelegt wurde, nannte man diese die Schäferei beim Lakaienweiher, woraus schließlich die Lakaienschäferei wurde.

Während des so genannten Dritten Reiches war in der Lakaienschäferei ein Ausbildungslager für HJ-Führer des Gaus Saarpfalz eingerichtet. Die Hitler-Jugend übernahm auch den kurz zuvor fertig gestellten Sportplatz und nutzte das Prießnitz-Bad. Nach dem Krieg diente das Gebäude der Lakaienschäferei, das ist noch das ursprüngliche Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, als Wohnhaus sowie der Unterbringung von Sportlern, Gastarbeitern, Waldarbeitern und Asylbewerbern. Seit 2007 ist ein Gästehaus der IPA (International Police Assocation) dort untergebracht. Heute wird der ganze Bereich von unterschiedlichen Vereinen überwiegend sportlich genutzt (Prießnitz-Verein, Hockey-Club, Hundesportverein, Nerother, Verein für Ausdauersport und schließlich das Kombi-Bad "Die Lakai").

Der Referent schildert das Entstehen und die Entwicklung des Prießnitzbades, des Hockey-Geländes, des Kombi-Bades und der verschiedenen Vereinsheime. Während des Vortrages werden viele historische Fotos und bisher nicht veröffentlichte Dokumente gezeigt.

Der Vortrag findet statt um 19 Uhr in den Räumen des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen in der Irrgartenstraße 18, in Neunkirchen. Gäste sind herzlich willkommen. Eintritt für Nichtmitglieder beträgt drei Euro.