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Pflege
Verdi: Arbeit nach Vorschrift nicht möglich

Die Hände-Desinfektion in Krankenhäusern ist wichtig, um sich und die Patienten vor Keimen zu schützen. ⇥Foto: Gero Breloer/dpa
Die Hände-Desinfektion in Krankenhäusern ist wichtig, um sich und die Patienten vor Keimen zu schützen. ⇥Foto: Gero Breloer/dpa FOTO: Gero Breloer / dpa
Saarbrücken. Um sich 30 Sekunden lang die Hände desinfizieren zu können, reiche das Personal in den Kliniken nicht. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Pflegekräfte in den Krankenhäusern haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi nicht genügend Zeit, um sich vorschriftsmäßig die Hände zu desinfizieren. „Dies dauert mindestens 30 Sekunden pro Desinfektion und ist bei dem derzeitigen Personalmangel rein technisch gar nicht möglich“, erläuterte Verdi-Sekretär Michael Quetting. In der Pflege sei das Arbeiten nach Vorschrift nicht mehr möglich. Auf landesweit 60 Krankenhaus-Stationen will die Gewerkschaft daher am 12. September eine Aktion starten: Dort sollen sich die Pflegekräfte vorschriftsmäßig die Hände desinfizieren, um den Personalmangel deutlich zu machen, wie Quetting in einer Versammlung von Stationsvertretern in Homburg ankündigte. Die Arbeit sei einfach nicht mehr zu bewältigen.



Der Ruf nach mehr Personal ist ein Dauerbrenner der Landespolitik. Die Landesregierung will ihren Antrag im Bundesrat für personelle Mindeststandards weiterverfolgen und Personalmindestzahlen im Saarländischen Krankenhausgesetz verankern. „Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Pflegekräfte in den Krankenhäusern“, erklärte die Arbeitskammer.