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Der Zauberpater vom Heiligen Berg

Der Zauberpater Hermann Bickel ist in Priester-Montur und Kreuz am Kragen in Fernseh-Shows aufgetreten. Und sogar auf dem Auto wirbt der 79-Jährige für sich. Fotos: Frank Faber
Der Zauberpater Hermann Bickel ist in Priester-Montur und Kreuz am Kragen in Fernseh-Shows aufgetreten. Und sogar auf dem Auto wirbt der 79-Jährige für sich. Fotos: Frank Faber
St Wendel. Hermann Bickel aus St. Wendel versprüht als Steyler-Missionar auch mit 79 Jahren noch viel Magie und Freude für seine Mitmenschen. Frank Faber

"Himmel, Hummel, Schimmel, Schummel, drei Mal schwarzer Pater", lautet sein Zauberspruch. Obwohl er ein Doppelleben führt, gibt's ihn nur einmal: Priester und "Missio-Narr" sowie Zauberpater Hermann Bickel. Der 79-Jährige lebt heute im Seniorenheim des Missionshauses in St. Wendel am "Heiligen Berg". Und ist somit an den Ort zurückgekehrt, an dem vor mehr als 50 Jahren der Zauber begann. "Ich wurde damals sehr krank und habe mir die schlaflosen Nächte mit Karten- und Seilkunststücken vertrieben", blickt Bickel zurück. An der Steyler Internatsschule war er als Lehrer und Erzieher eingesetzt, und unterrichtete auch Martin Mathias aus Oberlinxweiler, den heutigen Deutschen Meister im Zaubern für Kinder.


Sein Theologiestudium in Rom musste er wegen Krankheit abbrechen und in Bonn-St. Augustin fortsetzen. Seine Mitbrüder verpassten ihm wegen einer Schimmel-Diät den Spitznamen "Schimmel", der noch heute sein Markenzeichen und Künstlername im Magischen Zirkel von Deutschland ist. "Ich will anderen eine Freude machen, denn es ist gesund sich krankzulachen", sagt der Zauberpater. Er selbst ordnet sich als Sprachzauberer ein, denn er gehöre zur "Gesellschaft des göttlichen Wortes". Eigentlich habe er in den Dschungel gewollt, doch sein Lebenstraum, in Afrika oder Asien zu missionieren, habe sich nicht erfüllt. Bickels Mission war die Schule und ist und bleibt die Zauberkunst. "Im Mittelalter hätte ich damit keine Chance gehabt, die hätten mich verbrannt", scherzt Zauberpater "Schimmel".

In Priester-Montur und Kreuz am Kragen ist er mit seinen Tricks in Fernseh-Shows aufgetreten, hat mit Hape Kerkeling gescherzt, Moderator Jörg Pilawa unter der Hallendecke schweben lassen oder Rudi Carrell als seinen Zauberassistenten eingesetzt. "Mit Frank Elstner und seiner Familie bin ich gut befreundet, ich habe zwei seiner Kinder getauft", berichtet Bickel. Seit der ehemalige Religionslehrer im Unruhestand ist, hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Ständig ist Bickel deutschlandweit mit seinem Zaubermobil zu Shows unterwegs.



Als "doppelte Unterhaltung" beschreibt er seine magische Tätigkeit. Mit Zauberkunst will er die Menschen unterhalten und gleichzeitig sammelt er Spenden für die Steyler Missionare. "Es haben schon Leute bei mir angerufen, die aus der Kirche ausgetreten sind, und nach der Kontonummer gefragt, um ein Missionsprojekt zu unterstützen", so Bickel. Während seiner Zaubervorführungen ist er um flotte Schimmel-Sprüche nicht verlegen, die ironisch und kritisch ausfallen können, wenn Politiker oder Kirchenfürsten Seitenhiebe von ihm abbekommen. "Viele Kirchenfürsten nehmen sich so ernst, dass man sie nicht ernst nehmen kann", so Bickels augenzwinkernde Einstellung. Denn wer nicht über sich selbst lachen könne, der mache sich lächerlich. So bleibt der Pater für viele seiner Zuschauer eine Begegnung der anderen Art - mit Zauberkunst, Kirche, Religion und Glauben. Das alles zu verbinden ist seine Mission. "Himmel, Hummel, Schimmel, Schummel, dreimal schwarzer Pater".

Zum Thema:

Im Landkreis St. Wendel tritt der Zauberpater Hermann "Schimmel" Bickel am Sonntag, 25. Juni, ab 15 Uhr im St. Wendeler Saalbau und am 6. Juli beim Sommerfest in Alsweiler auf. Anfragen für Zaubershows: Telefon (0 68 51) 80 52 46, E-Mail: bickel@steyler.eu