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Der Winterschlaf ist vorbei

Köllerbach. Die Einfahrt zum Köllerbacher Ortskern war gestern Mittag überfüllt mit Motorrädern. Die Ordner der Motocycle-Friends aus Köllerbach und des MC Globetrotter aus Heusweiler hatten alle Hände voll zu tun, um den Andrang der heranströmenden Fahrzeuge zu regeln Von SZ-Mitarbeiter Dennis Langenstein

Köllerbach. Die Einfahrt zum Köllerbacher Ortskern war gestern Mittag überfüllt mit Motorrädern. Die Ordner der Motocycle-Friends aus Köllerbach und des MC Globetrotter aus Heusweiler hatten alle Hände voll zu tun, um den Andrang der heranströmenden Fahrzeuge zu regeln. Als Erstes fällt auf, dass die Badges, die Wappen der Klubs auf den Rückseiten ihrer Jacken, mit einem schwarzen Stoffstreifen "durchstrichen" sind. "Ein langjähriges Mitglied unseres Klubs ist kürzlich an einer Krankheit verstorben. Daher tragen wir und unsere befreundeten Vereine ein Jahr lang ein schwarzes Trauerband über unseren Emblemen", erklärt Klaus Hippchen von den Motocycle-Friends.


Die Traditionsfahrt zum Saison-Auftakt ist zugleich Teil der Informationskampagne "Runter vom Gas!". Das Bundesverkehrsministerium hat sie gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat gestartet, um auf die vielen Unfälle hinzuweisen, die jedes Jahr in Deutschland durch zu schnelles Fahren geschehen. Ingrid Peters, Schlägersängerin und Malerin, und Ludwig Woll, Präsident des Deutschen Motorsportverbandes, verteilen die leuchtend gelben Warnwesten der Kampagne. Beide fahren in ihrer Freizeit ebenfalls Motorrad und kennen die Gefahren. "Ich fahre seit 1973 Motorrad", sagt Peters mit Blick auf ihren Führerschein. "Vor einigen Jahren war ich selbst Zeugin eines schweren Unfalls. Dabei wurde ein Motorradfahrer, der sich wohl gerade im toten Winkel eines Autos befand, von diesem gerammt. Mit einer auffälligeren Kleidung hätte das vielleicht verhindert werden können."

Immer mehr Motorräder treffen im Ortskern ein, und die Veranstalter haben jede Menge zu tun, um den Überblick zu behalten. Kleine Stände mit Gegrilltem, Kuchen und Getränken sind aufgebaut. Alkohol wird aber erst ausgeschenkt, nachdem die Motorradfahrer aufgebrochen sind. Auch der Zustand der Maschinen wird von den Klubs kontrolliert, erklärt Christoph Altmeyer von den Motocycle-Friends: "Wir überprüfen die Fahrtüchtigkeit jedes teilnehmenden Fahrzeugs, also Bremsen, Licht, Blinker und Ähnliches, auf freiwilliger Basis, um Probleme während der Fahrt zu vermeiden."



Helge Gilcher, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), erwartet keine großen Verletzungen: "In den letzten Jahren war es immer ruhig, meist geht es hier sehr gesittet zu." Mit zwei Krankenwagen und zwei Motorrädern begleitet das DRK die Veranstaltung.

Auch die Polizei ist vor Ort. Polizeihauptkommissar Torsten Towae ist mit seinen Kollegen bei der Fahrt durchs Saarland dabei. "Die Ordner der Klubs übernehmen das Sperren der Straßen, dies wird für gewöhnlich von den Verkehrsteilnehmern akzeptiert. Wir steuern das so, dass die Behinderung für andere Fahrer nicht zu groß wird. Bei größeren Knotenpunkten schreiten wir aber verkehrsregulierend ein."

Um 13.26 Uhr läutet dann ein Hupkonzert den baldigen Start ein. Um 13.30 Uhr schließlich werden die Motoren angeworfen - blubbernd und knatternd beginnt die Prozession aus über 1100 Teilnehmern.