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Der Weg des Wassers

Heusweiler/Göttelborn. Der denkmalgeschützte Wasserbehälter auf der Göttelborner Höhe wird derzeit von der Firma Energis renoviert. Von dort kommt auch Trinkwasser für Holz, Wahlschied, Kutzhof und Numborn. Wir haben den Weg des Wassers verfolgt. Von SZ-MitarbeiterFred Kiefer

Die Anhöhe zwischen dem Heusweiler Ortsteil Holz und Göttelborn ist mit ihren mehr als 400 Metern über Meereshöhe der höchste Punkt in der Region und daher auch bestens als Standort für Trinkwasserbehälter und Antennen geeignet. So steht auf Göttelborner Bann der 1907/08 erbaute Trinkwasserspeicher. Das heute der Energis gehörende Gebäude enthält zwei Speicher-Tanks mit je 750 Kubikmeter Fassungsvermögen - mit den zusammen 1,5 Millionen Litern ließen sich knapp 11 000 Badewannen füllen.

Energis lässt derzeit Mauerwerk und Putz des markanten Bauwerks sanieren. Nach Angaben von Energis-Mitarbeiter Winfried Emmerich investiert das Unternehmen diesmal 350 000 Euro in den Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerks. Anfang der 1990er Jahre sei bereits eine halbe Million in den Erhalt der Bausubstanz geflossen und 100 000 Euro im Jahr 2000 in die Sanierung eines der beiden Wasserbehälter.

Die Anlage, zu der das Wasser aus dem Spieser Tal hochgepumpt wird, war ursprünglich von den Saarbergwerken zur Wasserversorgung der Grube Göttelborn gebaut worden. 1912/13 wurde sie dann zur Versorgung der umliegenden Ortschaften erweitert. Der Wasserspeicher ist auch ein bedeutendes saarländisches Industriedenkmal, das zudem noch immer so genutzt wird wie zu den Tagen seiner Entstehung: Aus seinen Behältern kommt das Trinkwasser für die Ortschaften Göttelborn, Merchweiler und mehrere Heusweiler Ortsteile. Und er dient als Reserve für das Kraftwerk Weiher.

Nur wenige hundert Meter weiter an der Landstraße 128 in Richtung Holz ragt der 1972 errichtete Holzer Wasserturm in den Himmel. Dieses Bauwerk der Gemeindewerke Heusweiler ist mit zwei Erdbehältern zu je 750 Kubikmetern und einem Hochbehälter mit 500 Kubikmeter Fassungsvermögen ausgestattet. Zwischen dem Holzer Wasserturm und dem Göttelborner Wasserspeicher gibt es eine - nach außen nicht sichtbare - Verbindung. Sie garantiert, dass Wasser vom Göttelborner Speicher zu den Heusweiler Erdbehältern gepumpt werden kann. Dieses Wasser, so schildert es Wolfgang Karges, Geschäftsführer der Gemeindewerke Heusweiler, wird benötigt, um die Einwohner in Holz, Wahlschied, Kutzhof und Numborn zu beliefern.

Die tiefer gelegenen Straßen dieser Orte werden aus den Erdbehältern des Holzer Wasserturms versorgt. Damit auch die höher gelegenen Teile der genannten Ortschaften versorgt werden können, muss das Wasser zuerst aus den Erd- in den Hochbehälter gepumpt werden. Von dort aus fließt es dann mit fünf bar Druck zu den Verbrauchern.