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Der traurigste BVB-Fan

Saarbrücken. Zutiefst enttäuscht saß Robin Vogtland am Sonntag auf der Auswechselbank im Ludwigspark. Der Außenverteidiger der A-Jugend des 1. FC Saarbrücken kämpfte mit den Tränen. Der FCS war gerade mit 2:3 (1:1) gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals ausgeschieden Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken. Zutiefst enttäuscht saß Robin Vogtland am Sonntag auf der Auswechselbank im Ludwigspark. Der Außenverteidiger der A-Jugend des 1. FC Saarbrücken kämpfte mit den Tränen. Der FCS war gerade mit 2:3 (1:1) gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. "Für mich war das ein besonderes Spiel", rang der 19-jährige BVB-Fan nach Fassung, "seit zehn Jahren habe ich kein Spiel von Borussia Dortmund verpasst, habe mir Spiele aufzeichnen lassen. Heute habe ich gegen Leute gespielt, die in ein paar Jahren im Westfalenstadion für den BVB spielen. Wir waren so dicht dran."Vogtland und der FCS erwischten einen guten Start. Robin kontrollierte die linke Seite und musste machtlos zusehen, wie Nationalstürmer Marco Stiepermann nach gut einer Viertelstunde die Führung für den Tabellenführer der A-Jugend-Bundesliga besorgte. Am Ausgleich des FCS in der 45. Minute war Vogtland dann maßgeblich beteiligt. Erst erkämpfte er in der Abwehr den Ball gegen David Blacha, dann wurde er vorne gefoult. Im Anschluss an den fälligen Freistoß köpfte Manuel Zeitz das verdiente 1:1. "Wir haben gegen eine der besten A-Jugend-Mannschaften Deutschlands mitgehalten", freute sich Zeitz über die Leistung seines Teams, "ich habe da kaum einen Unterschied gesehen." Nur die größere Cleverness und der bärenstarke Tolgay-Ali Arslan trennten den FCS vom Finaleinzug. Direkt nach der Pause besorgte Blacha auf Zuspiel von Arslan das 1:2, in der 62. Minute ließ der Spielmacher nach tollem Solo Jan Tjaden im FCS-Tor keine Abwehrmöglichkeit. Der bei allen drei Treffern chancenlose Tjaden sagte: "Diese Leistung gibt Mut für die Aufstiegsspiele." Denn: Der FCS ließ sich nicht abschießen, im Gegenteil. Nach dem Anschlusstor durch Zeitz (72.) war er dem Ausgleich nahe. Der hochgelobte Stiepermann war bei den FCS-Innenverteidigern Florian Bohr und Nicolas Portz abgemeldet. "Uns ist egal, wie der Spieler heißt, wir nehmen den Gegenspieler, wie er kommt", fand Portz auch in der Niederlage positive Aspekte.Nur Dortmund-Fan Robin Vogtland war nicht zu trösten. "Robin rennt in jedem zweiten Training im gelb-schwarzen Trikot rum", erzählte FCS-Trainer Harald Ebertz, "er und alle anderen haben alles gegeben, das Finale zu erreichen. Es sollte halt nicht sein. Robin ist einer unserer Leistungsträger, und es gehört im Sport dazu, manchmal auch Niederlagen zu akzeptieren." Zumindest an Vogtlands Liebe zum BVB änderte die Niederlage nichts. Seine gelb-schwarzen Fußballschuhe will er auch in Zukunft tragen. > siehe auch Seite D 1