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Der Sprenger Bach wird endlich sauber

Schwalbach. Nicht nur gefühlt arbeitet die Gemeinde Schwalbach seit Jahren an ihrem Kanalsystem und hat derweil bereits schon weite Strecken der Ortsteile aufgebuddelt und wieder verschlossen. Die SZ hat mal nachgefragt, wie der Stand der langjährigen Arbeiten ist. Von SZ-RedakteurinMichaela Heinze

Ab Jahresende soll der Sprenger Bach sauber sein: Dann leitet die Gemeinde Schwalbach kein Abwasser mehr ein, weil es endlich durch den Kanal fließen kann. Voraussichtlich bis Ende September nämlich soll der fünf Kilometer lange Hauptsammler fertig sein: nach zwölf Jahren Bauzeit und 18 Millionen Euro Investitionen. Dies berichten der Schwalbacher Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer und Marion König vom Bauamt der Gemeinde. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat der Gemeinde Planung und Bau des Hauptsammlers übertragen, die Kosten trägt der EVS selbst.

Sanierung geht weiter

Wenn es danach auch kein Neubau mehr ist, der die Gemeinde in Sachen Kanal beschäftigt, so wird es dennoch weiter Sanierungen bei Bauwerken unter der Erde geben: Das innerörtliche Kanalnetz mit 108,30 Kilometern Länge ist schon seit gut 20 Jahren Thema in der Gemeinde und bleibt es auch weiterhin.

Für dieses Netz - mit Nebensammlern und Hausanschlüssen - ist die Gemeinde über ihren Eigenbetrieb Abwasser verantwortlich. "Dadurch, dass die Gemeinde kontinuierlich seit 1992 jedes Jahr im Schnitt 1,3 Millionen Euro ins örtliche Kanalnetz investiert hat, stehen jetzt und in den Folgejahren nicht mehr so große Brocken an", sagt Bürgermeister Neumeyer.

Für dieses und das nächste Jahr sind an Kosten rund 625 000 beziehungsweise 643 000 Euro geplant. "Seit dem Jahr 1992", sagt Neumeyer, sei die Sanierung unter der Überschrift "Generalentwässerungsplan" gelaufen. Auf diesem Plan baut das seit 2010 gültige hydraulische Sanierungskonzept auf. Dieses sieht fünf Millionen Euro an Investitionen bis 2017 vor. Bauingenieurin König, Spezialgebiet Tiefbau: "Bis dahin sollen alle hydraulischen Defizite beseitigt sein." Das heißt, bis 2017 ist die Leistungsfähigkeit von Nebensammlern und Hausanschlüssen an die berechnete Durchflussmenge von Regen und Abwasser angepasst. Oder noch einfacher: Die Rohre sind so groß, dass sie die anfallende Wassermenge schadlos abtransportieren.

Dieser hydraulischen Sanierung sind einige Arbeitsschritte und Kosten vorausgegangen. Die wichtigsten davon: 1992 die Verfilmung des Kanalnetzes, 1997 die Digitalisierung des Kanalkatasters, ab 2008 die Überarbeitung des Katasters. "Dies erfolgte mittels einer vermessungstechnischen und einer tiefenbautechnischen Bestandsaufnahme der Schacht- und Sonderbauwerke, einer hydraulischen Berechnung der Kanalisation sowie einer Zustandsklassifizierung und Vermögensbewertung", zählt König auf. Damit beauftragte Ingenieure kosteten die Gemeinde Schwalbach rund 344 000 Euro. König: "Wir haben auch einen Wartungsvertrag zur Fortschreibung des Kanalkatasters und der Vermögensbewertung abgeschlossen." So sei sichergestellt, dass die Gemeinde ihr Kanalkataster auch künftig aktuell hält.

Kanal wird verfilmt

Für 2015/16 ist bereits geplant, "den Kanal mit Zustimmung des Gemeinderates wieder komplett zu verfilmen", sagt Neumeyer. Marion König ergänzt: "So halten wir den aktuellen Zustand des Kanals fest und können daraus neue Sanierungsstrategien entwickeln." Denn bislang sind ja nur die Durchlaufgrößen der Kanalrohre überarbeitet. Möglicherweise sind Stellen, deren Zustand unter dem Aspekt Durchfluss ausreichend war, aber marode. Bis klar ist, ob hier Handlungsbedarf besteht, setzt die Gemeinde das hydraulische Sanierungskonzept weiter um.



Zum Thema:

Auf einen BlickDas hydraulische Sanierungskonzept in der Gemeinde Schwalbach umfasst folgende Arbeiten (siehe untenstehende Grafik):Erledigt sind die Arbeiten in vier Straßenabschnitten: Im Pfaffenacker, Rilke-/Schillerstraße, Elbinger Straße und Püttlinger Straße.Aktuell im Bau sind die Hülzweiler Straße und die Bruchstraße.Geplant sind noch drei Baustellen im aktuellen Wirtschaftsplan 2013/14: Ab Ende Juli/Anfang August geht's im Schacherweg los, im Frühjahr 2014 im Kindergartenweg und im August 2014 an der Kreuzung Berg-, Laurentius- und Adenauerstraße.Darüber hinaus listet das hydraulische Sanierungskonzept noch weitere Projekte bis 2017 auf: in der Bierstraße, der Ensdorfer Straße, der Jahnstraße, der Laurentiusstraße und der Rothenbergstraße. Marion König vom Bauamt der Gemeinde Schwalbach: "Diese werden in den Entwürfen der Wirtschaftspläne ab 2015 dem Gemeinderat zur Ausführung vorgeschlagen. Die Reihenfolge der Maßnahmen und das Jahr der Umsetzung stehen somit noch nicht fest." mcs