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Der Säugling wurde umgebracht

Ein Polizist geht mit dem Personenspürhund „Doktor Watson“, der eigens aus Dortmund eingeflogen wurde, das Gebüsch ab, in dem der tote Säugling gefunden wurde. Fotos: Becker&Bredel/Polizei
Ein Polizist geht mit dem Personenspürhund „Doktor Watson“, der eigens aus Dortmund eingeflogen wurde, das Gebüsch ab, in dem der tote Säugling gefunden wurde. Fotos: Becker&Bredel/Polizei
Kleinblittersdorf. Der neugeborene Junge, dessen Leiche in einem Gebüsch nahe eines Parkplatzes in Kleinblittersdorf lag, wurde ermordet. Das ergab die Obduktion. Bei der Suche nach dem Täter setzte die Polizei gestern einen Spürhund ein, der aus Dortmund eingeflogen wurde. Von SZ-RedakteurMichael Jungmann

. Die saarländische Polizei zieht alle Register, um den Mörder des Säuglings zu finden, dessen Leiche am Dienstagmorgen in einem Gebüsch in der Nähe des Parkplatzes eines Drogeriemarktes in der Elsässer Straße von Kleinblittersdorf entdeckt wurde. Gestern Abend wurde per Hubschrauber aus Dortmund ein speziell ausgebildeter Personenspürhund, ein sogenannter "Mantrailer", der nordrheinwestfälischen Polizei eingeflogen. Der Jagdhund, der auf den Namen "Doktor Watson" hört, sollte die Spur der Person aufnehmen, die das Neugeborene in dem Brachgelände abgelegt hat. Als Duftspur diente dabei, so Kriminalhauptkommissar Dietmar Dick, das Geschirrhandtuch, das neben dem Kopf des nackten Jungen lag. Dick, der den spektakulären Einsatz gestern leitete: "Im Idealfall zeigt der Hund uns den Weg, den der Täter vom Fundort der Leiche aus genommen hat." Mehrere Versuche, eine Spur zu finden, verliefen aber ergebnislos.

Die Obduktion der Leiche des Kindes in der Homburger Gerichtsmedizin ergab nach Angaben von Polizeisprecher Georg Himbert: "Das Baby ist höchstwahrscheinlich gewaltsam ums Leben gekommen." Die Homburger Gerichtsmediziner gehen nach ihren ersten Ergebnissen davon aus, dass der Säugling "durch äußere Gewalteinwirkung gegen den Hals" starb. Demnach wurde der Neugeborene wohl erwürgt oder gar erdrosselt. Äußere Verletzungen wurden an der Leiche nicht gefunden. Das Kind wurde offenbar am Wochenende geboren. Die Nabelschnur soll unprofessionell durchtrennt worden sein. Nach den Feststellungen der Gerichtsmedizin hat der Junge nach der Entbindung nur wenige Stunden gelebt.

Ein 34-Jähriger aus Saarbrücken, der sich am Dienstagmorgen zufällig in dem Brachgelände hinter dem Parkplatz aufhielt, hatte - wie bereits berichtet - die Leiche entdeckt und die Polizei alarmiert. Das Baby lag in dem Gestrüpp auf einer Nylontüte mit der Aufschrift "Papeterie Espace France Loisirs" und "www.placemedia.com&;#8220;. Neben dem Kopf lag das Geschirrtuch, der nackte Körper des Säuglings war mit einer blauen Karstadt-Einkaufstüte bedeckt.

Passanten legten gestern auf einem Stellplatz in der Nähe des Fundortes Kerzen, Blumen und kleine Teddybären nieder.

Nach ersten Veröffentlichungen zu dem Fall meldeten sich bis gestern Nachmittag drei Zeugen mit Hinweisen bei den Ermittlern. "Eine heiße Spur haben wir noch nicht", sagte Polizeisprecher Himbert.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wurde die Leiche frühestens am Samstagmorgen (13. Juli) in dem Gebüsch abgelegt. Die Polizei bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe. Zeugen, die von Samstagmorgen bis Dienstag, 16. Juli, verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, oder gar Hinweise zu Mutter oder Vater machen können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden.

Tel. (06 81) 9 62 29 33



Dieses Geschirrtuch wurde neben dem Kopf des Babys aufgefunden, das erwürgt oder erdrosselt wurde.
Dieses Geschirrtuch wurde neben dem Kopf des Babys aufgefunden, das erwürgt oder erdrosselt wurde.
Passanten legten Teddybären und Kerzen am Fundort in Kleinblittersdorf nieder. Eine heiße Spur gibt es noch nicht.
Passanten legten Teddybären und Kerzen am Fundort in Kleinblittersdorf nieder. Eine heiße Spur gibt es noch nicht.
Das nackte Neugeborene lag auf dieser Nylontüte. Die Polizei bittet die Bevölkerung weiterhin um Mithilfe.
Das nackte Neugeborene lag auf dieser Nylontüte. Die Polizei bittet die Bevölkerung weiterhin um Mithilfe.