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Der Heilige Rock im Spiegel der Kunst

Trier. An die Heilig-Rock-Wallfahrt des Jahres 2012 anzuknüpfen und den Impuls dieser Wallfahrt weiterzuführen: Das ist Ziel der Ausstellung „500+1“, die Dompropst Werner Rössel im Museum am Dom Trier eröffnet hat. Werke von 13 zeitgenössischen Künstlern sind bis zum 13. Oktober zu sehen. red

Parallel zur Wallfahrt hatte das Museum am Dom in Trier in seiner Ausstellung "Das Gewand" zurückgeblickt auf 500 Jahre Wallfahrtsgeschichte. Ein Jahr später gehe es nun darum, "den Blick noch einmal zu weiten und das Motiv Gewand in einen größeren Sinn- und Deutungszusammenhang zustellen", erklärt Museumsdirektor Markus Groß-Morgen. Direkte Verbindung zur Wallfahrt haben die inzwischen gebundenen sechs Bände der "Roboterbibel". Im Jahr der Vorbereitung auf die Wallfahrt hatte der Industrieroboter "bios bible" vor dem Dom die gesamte Bibel abgeschrieben. Gebunden sind die Seiten in einen Einband, der mit dem Programmiercode des Roboters beschriftet ist.

Auf Einladung des Bistums hatten die Künstlerinnen Nancy Lamb aus Triers Partnerstadt Fort Worth im US-Bundesstaat Texas und Sandra Boulanger aus dem bolivianischen LaPaz die Wallfahrt miterlebt. Nancy Lamb schuf ein hochformatiges Bild eines Lebens- und Pilgerweges mitten im Trierer Dom. Außergewöhnliche fotografische Eindrücke von der Wallfahrt zeigt Fotografin Boulanger. Zwölf Fotos, aufgenommen unmittelbar am Schrein, zeigen Menschen beim Anblick der Tunika. 33 Bilder richten den Fokus auf das Geschehen am Altar, und das aus der einzigartigen Perspektive aus dem Domgewölbe durch Lüftungsöffnungen hinunter auf den Altarraum. Beide Künstlerinnen waren zur Ausstellungseröffnung nach Trier gekommen und zeigten sich sehr dankbar, dass sie an dem "einzigartigen Ereignis" der Wallfahrt hatten teilnehmen dürfen.

"Schein und Sein"

Weitere Exponate der Ausstellung sind ein Triptychon von Klaus Staeck, Collagen der Wiener Künstlerin Lena Knilli und Impressionen über den heiligen Martin und die Symbolik des Teilens von Norbert Nolte aus Nürnberg. Jiri Keuthen gestaltete drei Malerhemden, Ruth Clemens ein T-Shirt mit dem Motiv des Heiligen Rockes und der Unterschrift, dass dies nicht der Heilige Rock sei. Mit "Schein und Sein" setzte sich Francesca Cataldi in ihrer Installation auseinander und arbeitete aus Glas, Textilien, Plastik, Netz, Teer und Draht verschiedene Gewand-Versionen. Außerdem präsentieren Gisela Hubert, Katharina Veldhues und Gottfried Schumacher sowie Lukas Brauckmann ihre Sicht auf das Gewand und die Heilig-Rock-Wallfahrt.

Die Ausstellung ist bis zum 13. Oktober im Museum am Dom Trier (Bischof-Stein-Platz 1), zu sehen dienstags bis samstags, 9 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 13 bis 17 Uhr.

www.museum.bistum-trier.de