| 19:24 Uhr

Unfall
„Der Fahrer hat wie durch ein Wunder überlebt“

Schwerer LKW-Unfall in der Nacht zum Mittwoch auf der Autobahn 8: Auf der Richtungsfahrbahn Saarlouis überschlug sich gegen null Uhr zwischen Heusweiler und Schwarzenholz ein 40-Tonner. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt, aber die A 8 war über Stunden lahmgelegt. rup/ Foto: Rolf Ruppenthal
Schwerer LKW-Unfall in der Nacht zum Mittwoch auf der Autobahn 8: Auf der Richtungsfahrbahn Saarlouis überschlug sich gegen null Uhr zwischen Heusweiler und Schwarzenholz ein 40-Tonner. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt, aber die A 8 war über Stunden lahmgelegt. rup/ Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Heusweiler. Ein Lkw, der hochwertige Küchen von Griechenland nach Irland transportieren sollte, ist in der Nacht auf Mittwoch eine 15 Meter tiefe Böschung an der A8 hinabgestürzt. Von Christine Kloth
Christine Kloth

Ein Lkw, der hochwertige Küchen von Griechenland nach Irland transportieren sollte, ist in der Nacht auf Mittwoch eine 15 Meter tiefe Böschung an der A8 hinabgestürzt. Patrik Siegwart, stellvertretender Leiter der Inspektion Köllertal: „Wie durch ein Wunder hat der 55-jährige Fahrer aus Griechenland überlebt. Er konnte sogar noch alleine aus dem Unfallwrack klettern und ist nur leicht verletzt.“ Der Mann kam zur Erstversorgung in ein Krankenhaus. Über die Unfallursache lässt sich im Moment nur spekulieren. Die Polizei vermutet Unachtsamkeit. Augenzeugen berichten gegenüber unserer Zeitung von dichtem Nebel, der zum Unfallzeitpunkt um Mitternacht zwischen Heusweiler und Schwarzenholz geherrscht haben soll.



Nach ersten Erkenntnissen fuhr der 40-Tonnen-Sattelzug Richtung Saarlouis und stieß in Höhe Heusweiler gegen die Leitplanke und durchbrach diese. Der Sattelzug überschlug sich und blieb schließlich samt 13 Tonnen komplett beschädigter Ladung in der Böschung auf dem Dach liegen. Gesamtschaden: mindestens 250 000 Euro. Darunter allein Küchen im Wert von 125 000 Euro.

„Die Bergung des Sattelzuges war sehr kompliziert“, erklärt Siegwart. Sie dauerte gestern Nachmittag, also mehr als 15 Stunden, nach dem Unfall noch an. Siegwart: „Die Unfallstelle in der tiefen Böschung war für Fahrzeuge unzugänglich. 40 Feuerwehr-Männer aus Heusweiler, Holz und Wahlschied mussten die Leitplanke entfernen und Bäume fällen, um überhaupt an den Lkw zu gelangen.“ Dann verhinderten sie das Auslaufen von Betriebsstoffen. Für die Bergung des zerstörten Lastzugs rückte zudem das Technische Hilfswerk (THW) mit insgesamt 60 Mann aus verschiedenen Ortsgruppen an. In wechselnden Schichten waren die Helfer bis gestern Nachmittag vor Ort im Dauereinsatz. Siegwart: „Sie haben sich sogar eine Küche zur Selbstversorgung dort aufgebaut. Ohne das THW wäre bei diesem Unfall gar nichts gegangen“, lobt der Kriminalhauptkommissar. Der von der Spedition beauftragte Havarie-Kommissar Michael Adler, ein Sachverständiger für Transportschäden, organisierte den Abtransport der zerstörten Küchen-Ladung. Zwei von der Polizei angeforderte Spezialkräne für Schwerlasten, wurden auf der Autobahn platziert und hievten den Lkw aus der Senke.

Wegen der Aufräumarbeiten mussten Teile der A8 Pirmasens – Richtung Saarlouis – bis gestern Abend, also an die 18 Stunden, voll gesperrt bleiben. Der Verkehr wurde am Kreuz Saarbrücken abgeleitet, die Überleitungen von der A1 auf die A8 Richtung Saarlouis waren ebenfalls gesperrt. Vor allem rund um Heusweiler, Eiweiler und Riegelsberg mussten Autofahrer Rückstaus in Kauf nehmen.