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Der Eintracht gehen die Stimmen aus

Neuweiler. Ein Fünkchen Hoffnung gibt es noch - darauf, dass die Sängervereinigung Eintracht 1878 Neuweiler vielleicht in absehbarer Zeit wieder ihrem in der Satzung festgelegten Ziel, der Pflege und Verbreitung des Chorgesangs, nachgehen kann

Neuweiler. Ein Fünkchen Hoffnung gibt es noch - darauf, dass die Sängervereinigung Eintracht 1878 Neuweiler vielleicht in absehbarer Zeit wieder ihrem in der Satzung festgelegten Ziel, der Pflege und Verbreitung des Chorgesangs, nachgehen kann. Weil das zurzeit aber nicht mehr möglich ist, hatte der Vorstand schon Ende vergangenen Jahres beschlossen, die Sangestätigkeit, also Proben und Auftritte, einzustellen. "Wir sind überaltert, haben nicht mehr genügend Sänger", erklärte der 1. Vorsitzende Manfred Zewe jetzt bei Mitgliederversammlung im Gasthaus Brennender Berg (wie kurz gemeldet).Laut Tagesordnung ging es um den Fortbestand des Vereins. Nach Angaben von Zewe hat die Gemeinschaft nur noch 17 aktive Sänger. Nicht mehr jede Stimmlage sei mehrfach besetzt. Mehrstimmiger Gesang ist schwierig. Einige Auftritte habe man in der Vergangenheit absagen müssen. Die Schlussfolgerung des Vorsitzenden: die Auflösung des Vereins.


Vehement trat er Behauptungen entgegen, der Vorstand habe sich in der Vergangenheit nicht darum bemüht, neue Sänger zu finden. Man habe unter anderem in den Hofer Nachrichten inseriert, zahlreiche persönliche Gespräche geführt; ja, man habe sogar alle Bürger in Neuweiler angeschrieben, zählte er auf. Zewe ergänzte resigniert: "Die Resonanz war gleich null."

Eine Auflösung der Sängervereinigung wollte jedoch die Mehrheit der 28 anwesenden Mitglieder nicht. 14 sprachen sich gegen eine Auflösung aus, neun wollten sie. Das bedeutet: Die Vereinstätigkeit soll jetzt erst einmal ruhen. Dieses Ruhenlassen hatten auch Peter Kolb, der Saarbrücker Bezirksvorsitzende des Saar-Sänger-Bundes, und sein Stellvertreter Georg Riehm vorgeschlagen. Das sei die beste Lösung. Der Verein existiere noch, verschwinde nicht mit seinem Namen von der Bildfläche. Wenn man wieder Sänger finde oder auch eine Fusion eingehe, sei es einfach, das Vereinsleben wieder aufleben zu lassen. Bei einer Auflösung sei das alles nicht möglich.



Kolb machte das Ruhenlassen auch schmackhaft mit seiner Aussage, dass auf den Verein keine Kosten zukommen, keine Beiträge und keine Gebühren.

Die Gegner dieser Lösung wiesen darauf hin, dass der Verein künftig nun keine Einnahmen mehr hat. Ohne Geld könne man dann auch nichts mehr unternehmen. Und: Mitglieder, die aufgrund der jetzigen Situation austreten würden, kämen bestimmt nicht wieder. Zudem machten die eingefleischten Sänger deutlich, dass sie keinesfalls Interesse an einem Spaß-Gesangverein haben. Nun liegt es an den Gegnern der Auflösung, zu versuchen, der ruhenden Sängervereinigung Eintracht 1878 Neuweiler wieder Leben einzuhauchen. ll