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Der berühmteste Oberarm der Hurricanes

Saarbrücken. "Er ist einer der fleißigsten und zuverlässigsten Spieler, die wir haben", sagt Franz Klein über Philipp Rohner (Foto: SZ). Der für die Verteidigungsreihe des Football-Zweitligisten Saarland Hurricanes zuständige Klein hat auch eine Erklärung dafür: "Philipp musste sich alles hart erarbeiten, saß viel auf der Ersatzbank Von SZ-Mitarbeiter Sebastian Zenner

Saarbrücken. "Er ist einer der fleißigsten und zuverlässigsten Spieler, die wir haben", sagt Franz Klein über Philipp Rohner (Foto: SZ). Der für die Verteidigungsreihe des Football-Zweitligisten Saarland Hurricanes zuständige Klein hat auch eine Erklärung dafür: "Philipp musste sich alles hart erarbeiten, saß viel auf der Ersatzbank. Seit der Jugend hat er sich trotz einer Hüftverletzung bis in die erste Mannschaf durchgebissen."Sein erster Trainer beim Jugend-Team der Hurricanes, Martin Mick, hat Rohner mit einem Kommentar im allerersten Training im Juni 2002 entscheidend geprägt: "Ich hatte Coach Mick gesagt, dass ich zum nächsten Training nicht da sein könne. Und er meinte nur: Junge, entweder bist du da - oder du wirst niemals im Saarland Football spielen. Diese Aussage hat mich schwer beeindruckt, und seitdem habe ich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, an jedem Training teilgenommen", erzählt Rohner. Auch dieser Einstellung verdankt Rohner, dass er als Kapitän der Verteidigung auf dem Platz das Sagen hat. Diese Rolle sieht das 1,85 Meter große Kraftpaket (100 Kilo) verantwortungsbewusst: "Der Kapitän muss die Übersicht behalten, Ruhe ausstrahlen und seine Jungs ständig motivieren. Außerdem ist er die Anlaufstelle für Spieler mit spielerischen oder privaten Problemen." Auf seiner Position als Linebacker hat er während des Spiels die Aufgabe, das gegnerische Lauf- und Passspiel zu stoppen. Zudem muss er die Anweisungen seines Trainers an die Mannschaft weiterleiten und selbst wichtige Entscheidungen treffen. Beispielsweise muss er einen geplanten Spielzug kurzfristig umstellen oder Strafen des Schiedsrichters annehmen oder ablehnen. Die Entscheidung, sein Motto "Whatever it takes" (Auf Biegen und Brechen) auf die Innenseite des Oberarms zu tätowieren, traf Rohner vor drei Monaten. Dass dieser Spruch der Vereins-Slogan für die Saison 2009 in der 2. Bundesliga werden würde, hat er damals nicht geahnt. Seit Saisonbeginn ziert der Oberarm des 24-jährigen Quierschieders als Symbol für die Willenskraft das Deckblatt des Stadionmagazins. Rohner ist zweifelsfrei mehr als nur ein Spieler der Hurricanes. Er sagt selbst: "Ich bin Mädchen für alles, egal ob Platzaufbau, Spielerrekrutierung, Aufräumarbeiten oder einfach unseren Importspielern die Sehenswürdigkeiten des Saarlandes zeigen." Und so ist es auch kein Wunder, dass der Groß- und Außenhandels-Kaufmann auch sportlich hohe Ziele verfolgt: "Ich will mindesten Platz drei und danach den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen." Am Samstag hat er mit seinem Team die Gelegenheit, diesen Zielen ein Stück näher zu kommen. Zu Gast im Ludwigspark sind ab 17 Uhr die Rhein-Neckar Bandits aus Mannheim.