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Degenhardt verabschiedet sich mit der Bezirksliga-Qualifikation

Ritterstraße. Wenn sich ein Trainer nach drei Jahren von einem Verein verabschiedet und dabei einen Spieltag vor Saisonende die Qualifikation für die Fußball-Bezirksliga perfekt macht, ist man geneigt, das Ganze unter "Ende gut, alles gut" zusammenzufassen. Manchmal greifen diese Urteile zu kurz, weil sie über Kritikpunkte hinwegtäuschen

Ritterstraße. Wenn sich ein Trainer nach drei Jahren von einem Verein verabschiedet und dabei einen Spieltag vor Saisonende die Qualifikation für die Fußball-Bezirksliga perfekt macht, ist man geneigt, das Ganze unter "Ende gut, alles gut" zusammenzufassen. Manchmal greifen diese Urteile zu kurz, weil sie über Kritikpunkte hinwegtäuschen. Manchmal verfehlen sie ihr Ziel aber auch in die andere Richtung. "Man darf nicht vergessen, dass ich hier drei wirklich tolle und erfolgreiche Jahre hatte", sagt Bernd Degenhardt (Foto: leh), Trainer des A-Ligisten SV Ritterstraße. Er blickt gerne zurück: "Im ersten Jahr sind wir aufgestiegen, im zweiten gleich Vize-Meister geworden. Und jetzt haben wir die Qualifikation geschafft."


Und dennoch hat sich Degenhardt früh entschieden, den Verein zu verlassen. "Ich bin jetzt elf Jahre ununterbrochen als Trainer tätig. Ich brauche einfach eine Pause", erklärt er. Was bei Degenhardt aber nur bedingt wörtlich zu verstehen ist. Er wird weiterhin am DFB-Stützpunkt in Hülzweiler arbeiten und sein Engagement in der Jugendarbeit vertiefen. "Ich werde eine weitere Stelle beim DFB im Rahmen des DFB-Mobils annehmen und auch bei meinem Heimatverein in der Jugend und Trainerausbildung helfen", sagt er.

Seine frühe Entscheidung gab dem Verein viel Zeit für die Suche nach einem Nachfolger. Am Ende lag die Lösung aber quasi vor der Haustür. Ab der kommenden Saison werden Marco Dittgen und Surap Zozoria die Mannschaft als Spielertrainer-Gespann betreuen. Gerade von Dittgens Erfahrung im Profi-Geschäft dürfte die Mannschaft dann - neben seinen Toren (bisher 33) - profitieren. Hat der 34-Jährige in seiner Karriere doch neben vereinzelten Bundesliga-Einsätzen bei Kaiserslautern unter anderem schon für die Young Boys Bern und den US Palermo seine Schuhe geschnürt.

Bei den Kaderplanungen hingegen steht noch einiges in der Schwebe. Zwar wird der Großteil des Kaders erhalten bleiben, aber mit dem Abschied von Mustapha El Foukari (Halberg Brebach) und Hans-Peter Sandmeyer (berufsbedingtes Ausscheiden) verlassen zwei unumstrittene Stammspieler den Verein. "Das wird nicht einfach, die beiden zu ersetzen", glaubt Degenhardt, zumal die Lage der Ritterstraße Neuverpflichtungen nicht einfach macht: "Die Konkurrenz an Vereinen in der Umgebung ist groß, das gestaltet die Suche etwas schwierig." jbö