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Das Filmfestival ist eine Kontaktbörse

Max Ophüls grüßt als Pappkamerad aus einem Schaufenster in Saarbrücken. Foto: Dietze/dpa
Max Ophüls grüßt als Pappkamerad aus einem Schaufenster in Saarbrücken. Foto: Dietze/dpa
Saarbrücken. Im Filmgeschäft sind gute Kontakte so wichtig wie ein gutes Drehbuch und gutes Personal. Wahrscheinlich war das schon so, als Max Ophüls 1931 an den Filmen "Nie wieder Liebe" und "Dann schon lieber Lebertran" arbeitete

Saarbrücken. Im Filmgeschäft sind gute Kontakte so wichtig wie ein gutes Drehbuch und gutes Personal. Wahrscheinlich war das schon so, als Max Ophüls 1931 an den Filmen "Nie wieder Liebe" und "Dann schon lieber Lebertran" arbeitete. Während das Publikum also auf der Leinwand betrachtet, für welche Themen die drei blauen Herzen des Festivals schlagen, nutzen die Filmemacher die Zeit in Saarbrücken auch dazu, neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekanntschaften zu festigen.Dafür sei das Festival ja auch da, erklärte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) beim Max-Ophüls-Preis-Empfang der Stadt in der Garage. Ganz gut sei zurzeit die Vernetzung mit der Landesregierung. Vom Land erwartet die Stadt - auch finanzielle - Hilfe dabei, mit dem Festival bundesweit für Saarbrücken werben zu können. "Diese Perle, die wir haben, sollten wir mehr hervorheben", forderte Britz. Da mag mancher angefangen haben, von mehr Glanz fürs Festival zu träumen. Die Frage, bemerkte der ehemalige Filmhausleiter und Festival-Urgestein Albrecht Stuby am Rande, tauche ja immer wieder auf: "Kommen genug Stars nach Saarbrücken?" Aber darum gehe es hier nicht. "Das ist hier kein Festival der Stars. Das ist ein Festival des Nachwuchses, also derer, die erst noch Stars werden wollen", stellte er klar.



Das hatte am Dienstagabend auch Thomas Severin, der Sprecher der Geschäftsführung der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS), erklärt. Die VVS, die größtenteils der Stadt gehört, finanziere den Kurzfilmwettbewerb des Festivals, "um jungen Künstlern eine Chance zu geben, sich zu präsentieren, sich auszuprobieren und zu entwickeln".

Ein Künstler, der zwar jung ist, aber sich schon gut entwickelt hat, nutzte seinen Auftritt beim Stadt-Empfang gleich, um seine neue Bekanntschaft mit der Oberbürgermeisterin zu aktivieren. "Sie sind doch in der SPD?", fragte Constantin von Jascheroff, der beim Empfang Musik machte, Britz - um dann gleich seine Bitte vorzutragen: Sie solle mit ihrem Parteifreund Klaus Wowereit, dem Bürgermeister von Berlin, reden und ausrichten, dass er sich mit dem Großflughafen vor den Toren der Stadt Zeit lassen soll. Dann könne der Flughafen Tegel länger genutzt werden - und das wäre klasse.

Britz versprach, es auszurichten, erntetet aber ein paar Lacher im Saal, als sie feststellte, dass man in Saarbrücken das mit Großprojekten ja ganz ordentlich mache. Was Großprojekte angeht, grummelten einige im Saal, müsse Britz noch ein paar Netzwerke ausbauen - vor allem solche, die Geld bringen. ols