| 21:17 Uhr

Dank dem "Kini" wurde die Blandaasch zu Ludwigsthal

Neunkirchen-Ludwigsthal. Eingebettet in weite Mischwälder liegt der einst zu Mittelbexbach gehörende Gemeindeteil Ludwigsthal. Auch dort, lieber Neu-Neunkircher, findest Du einen Beweis dafür, wie im 19.Jahrhundert die preußisch-bayerische Grenze verlaufen ist. Mitten im Dezember 1884 feierten die Ludwigsthaler ihre Namensgebung. Bayernkönig Ludwig II

Neunkirchen-Ludwigsthal. Eingebettet in weite Mischwälder liegt der einst zu Mittelbexbach gehörende Gemeindeteil Ludwigsthal. Auch dort, lieber Neu-Neunkircher, findest Du einen Beweis dafür, wie im 19.Jahrhundert die preußisch-bayerische Grenze verlaufen ist. Mitten im Dezember 1884 feierten die Ludwigsthaler ihre Namensgebung. Bayernkönig Ludwig II., von seinen Landsleuten liebevoll "Kini" genannt, war der Pate. Zuvor hatte Ludwigsthal die "Plantage" ("Blandaasch") geheißen. Das fanden die Einwohner nicht gut. Dir aber, lieber Neunkirchen-Anfänger, wird heute noch der Begriff "Blandaasch" über den Weg laufen. Er hat sich über die Jahrhunderte gehalten, nicht nur in dem Lied: "A,A,Annemarie, geht uff die Blandaasch, hat e korzes Reggelsche ahn, sieht ma de blanke A,A,Annemarie geht . . ." Das Lied ist endlos.Der erste "Blandaascher" aber stammt, wie Neunkirchens Oberbürgermeister Friedrich Decker, aus Steinbach bei Ottweiler. 1817 soll er sich hier am Fuß des Hirschbergs angesiedelt haben. Damals lag diese Plantage auf bayerischem Gebiet. "Bald kamen viele Familien aus der Pfalz, die ohne Existenz waren und im Raume Neunkirchen Arbeit suchten, zur Plantage," schreibt Historiker Richard Hilgers im Neunkircher Stadtbuch. Später wurden die Menschen sesshaft und entwickelten sich zu einem quicklebendigen Völkchen. Aus der Plantage wurde 1884 Ludwigsthal. Selbstbewusst, wie die Ludwigsthaler sind, bemühten sie sich um Eigenständigkeit. Doch es wurde nix draus, die Blandaasch hing weiterhin an Bexbach, blieb aber etwas Besonderes, lieber Neu-Neunkircher. Zur Gebiets- und Verwaltungsreform verleibte sich Neunkirchen die Gemeinde ein. Seither ist sie mit ihren gut 1278 Einwohnern in allen Belangen eng mit Furpach und Neunkirchen in dem Stadtteil Furpach/Kohlhof/Ludwigsthal verbunden. Deutschlandweit bekannt wurde die "Blandaasch", sprich Ludwigsthal, durch Adolf Müller. Der 68-Jährige wurde drei Mal in der ARD-Sendung von Frank Elstner "Verstehen sie Spaß?" zum "Witzbold der Nation" gewählt. Für ihn ist Ludwigsthal "große Heimat". Müller stellt fest: "Die alten Blandaascher" sind humorvoll und aufgeschlossen." Er fügt aber hinzu: "Die jüngeren Ludwigsthaler und die Zugezogenen sind eher zurückhaltend." Das liegt, nach Müllers Meinung, daran, dass es in Ludwigsthal keine Geschäfte mehr gibt, kaum kulturelle Veranstaltungen stattfinden und auch das Vereinsleben mehr und mehr zurückgeht. Als Vorsitzender des Pensionärvereins aber feiert Adolf Müller mit seinem Pensionärsverein am 11. Juni das 125jährige Bestehen von Ludwigsthal. "Das muss sein", sagt er. Da kannst du ja mal hingehen, lieber Neunkirchen-Anfänger und Ludwigsthal kennen lernen. gm "Die alten Blandaascher" sind humorvoll und aufgeschlossen." Adolf Müller