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Damit die Nager es schön haben

St Wendel. Vom Bau eines Hasengeheges über das Anlegen eines Barfußpfades bis zu Reitferien – das Ferienprogramm auf dem Hütherhof bietet Kindern ein spannendes und unterhaltsames Angebot. Von SZ-Mitarbeiter Timo Borkenhagen

Der Organisatorin des Ferienprogramms auf dem Hütherhof Karin Theobald merkt man an, dass ihr die Arbeit mit den Kindern enormen Spaß macht. Sie führt über den Hof und zeigt die Aktivitäten der Jungen und Mädchen. An diesem Tag beschäftigen sie sich mit dem Bau eines Geheges für Kaninachen. Bei wunderbarem Wetter bemalen die Kinder Hütten für die Kleintiere und können ihrer Kreativität dabei freien Lauf lassen.

Barfußpfad angelegt

Beim Ausbau des Geheges sorgen die Kleinen dafür, dass kein Nager ausbüchsen kann und sich die Tiere innerhalb des Geheges durch den Bau von Tunneln oder Kratzmöglichkeiten wohlfühlen. Die Betreuer vermitteln auch die richtige Ernährung für die Langohren. So lernen die Kinder, welches Futter den Nagern schmeckt, welches sich negativ auf die Verdauung auswirkt oder welches sogar giftig ist. Theobald zeigt auch die Werke der vergangenen Tage. Zwei Bodenmosaike mit zum Hof passendem Pferdemotiv wurden nach dem Vorbild der im Römischen Reich weit verbreiteten Wand- und Bodenverzierungen gestaltet. Unter Anleitung webten die Kinder eine Skulptur, nachdem sie bereits das Webgerüst selbst aufgebaut hatten. "Der Barfußpfad hat ganz besonders viel Spaß gemacht", sagte eine der jungen Teilnehmerinnen. An dem 100 Meter langen Barfußpfad werkelten die Kinder mit viel Freude, bis sie ihn selbst ausprobieren konnten. An Aufgaben mangelte es nicht. Die Bodenbeläge mussten ausgesucht, gefunden und anschließend in den Pfad integriert werden. Das Gefühl, über Holzspäne, Steine und Sand zu laufen, war für viele eine neue Erfahrung. Für gute Stimmung und Erfrischung bei warmen Temperaturen sorgten immer wieder Wasserschlachten zwischen Kindern und Betreuern. Die meisten Teilnehmer äußerten den Wunsch, auch im nächsten Jahr wieder auf den Hütherhof zu kommen.

Die Betreuung der zwischen 25 und 30 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren übernehmen Freiwillige des Reitvereins Hütherhof und Betreuer von Seiten der Stadt St. Wendel. Die Stadt St. Wendel bezuschusst das Programm, so dass die Kosten mit 15 Euro pro Tag von 10 bis 17 Uhr niedrig bleiben.

In den letzten vier Wochen der Sommerferien bietet der Hütherhof in Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen Reitverein die Reitferien an. "Viele Mädels und auch Jungs suchen den Kontakt zum Pferd und zur Natur", so Theobald. Die Reitferien bieten seit fünf Jahren die Möglichkeit, das Reiten zu erlernen oder weiter zu trainieren. Die Kurse dauern jeweils eine Woche, es besteht auch die Option, einzelne Tage zum Reinschnuppern zu buchen. Die Gelegenheit, unter Anleitung von drei ausgebildeten Reitlehrern sein reiterisches Können zu verbessern, findet von Anfang an großen Zuspruch. Die Tatsache, dass man während der Reitwoche nicht auf eine Unterrichtsstunde begrenzt ist, sondern auch längere Zeit am Stück auf dem Pferd verbringen kann, sieht Theobald als klaren Vorteil gegenüber anderen Reitunterrichten. Jeweils donnerstags findet ein Abschluss der Reitwoche statt. Ein Grillfest wird organisiert, bei dem auch die Eltern eingeladen sind. Nach dem Grillfest werden in der Reithalle über einen Beamer noch Filme geschaut, geschlafen wird in einem Matratzenlager in der Reithalle.

Für dieses Jahr gibt es noch freie Plätze für die Reitwochen. Die Kosten betragen für eine Woche 180 Euro; für einen Tag 36 Euro.

Weitere Informationen: Tel. (0 68 51) 80 62 01.