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Christliche Nächstenliebe erleben"Menschen sind gern gesehen, wenn sie Gutes tun"

Dass christliche Grundwerte wie Nächstenliebe, Milde und Barmherzigkeit keine leeren Worthülsen sind, zeigt die Sozialaktion "72 Stunden - Uns schickt der Himmel" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Am Donnerstagabend fiel in Homburg der Startschuss für die Saarpfalz.Am Donnerstag begann im Saarpfalzkreis die katholische Sozialaktion "72 Stunden". Darüber sprach SZ-Redakteur Jürgen Neumann mit Landrat Clemens Lindemann (Foto: SZ), einem der Schirmherren. Von SZ-Redakteur Jürgen Neumann

Homburg. In 72 Stunden die Welt ein bisschen besser machen ist der Grundgedanke der Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Auch das Dekanat Saarpfalz, das zum Bistum Speyer gehört, nimmt an der bundesweiten Aktion teil. Für 13 Gruppen mit 300 Jugendlichen fiel am Donnerstagabend der Startschuss auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg.Schirmherrn sind Landrat Clemens Lindemann und Dekan Pirmin Weber ("das Engagement und der Einsatz der Jugendlichen ist beispielhaft"). Mit ihrem Tun wollen die Jugendlichen das Aktions-Motto "Uns schickt der Himmel" mit Leben erfüllen. Denn sie zeigen: Wer für andere vom Himmel geschickt sein will, muss kein Engel sein, sondern einfach da anpacken, wo es nötig ist. Von gemeinnützigen sozialen, ökologischen, pazifistischen oder interkulturellen Aufgaben reicht die Bandbreite der bis zuletzt geheim gehaltenen Herausforderungen für die Jugendlichen. Dazu gehören etwa Gestaltungsarbeiten in der Außenanlage des Caritas Kinderzentrums (KIZ) in Erbach, das Befestigen eines Sandspielplatzes in der Katholischen Kindertagesstätte der Pfarrei Erbach-Maria vom Frieden oder Reinigungsarbeiten an Wegkreuzen in Frankenholz.


Florian Jung, BDKJ-Dekanatsvorsitzender, und Jugendreferent Bernhard Wieser haben zusammen mit 14 Ehrenamtlichen seit einem Jahr in der Koordinierungsstelle Saarpfalz in St. Ingbert diese katholische Aktion vorbereitet. "Unsere Aktionsgruppen können sich während der 72 Stunden auf dem Halberg an die Aktionszentrale wenden", sagte Sarah Engels, die für das Bistum Speyer zusammen mit Christian Heckmann aus dem Bistum Trier diese Sonder-Zentrale leitet.

Die gesamte Sozialaktion geht auf das Jahr 1993 zurück. Damals hatte die Katholischen Landjugendbewegung Oldenburg Vechta die Idee, in wenigen Tagen ohne Geld jeweils eine anscheinend unlösbare Aufgabe zu bewältigen.



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Herr Lindemann, was waren Ihre Beweggründe, zusammen mit Dekan Pirmin Weber die Schirmherrschaft über die Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend "72 Stunden - Uns schickt der Himmel", zu übernehmen?

Lindemann: Die Übernahme der Schirmherrschaft ist für mich sozusagen eine Neuauflage. Als ich vor einigen Jahren schon einmal Schirmherr der Aktion war, nutzte ich die Gelegenheit und verfolgte einige der angestoßenen Projekte. Ich war fasziniert von der Spontaneität und Kreativität der jungen Menschen. Als ich dann 2009 um die Schirmherrschaft gebeten wurde, nahm ich dieses Angebot sehr gerne an.

Ist der Saarpfalzkreis ein Kreis, in dem sich christliche Jugendliche besonders wohlfühlen?

Lindemann: Der Saarpfalz-Kreis ist offen für alle Jugendlichen, die kreativ sind und sich für andere engagieren. Dass es sich bei der 72-Stunden-Aktion um christlich motivierte Gruppen handelt, freut mich als ehemaliger Messdiener sehr. In der Saarpfalz sind alle Menschen gern sehen, wenn sie Gutes tun.

Sie sind katholisch. Beten Sie und gehen Sie regelmäßig in den Gottesdienst?

Lindemann: Den transzendentalen Bereich möchte ich für mich behalten. Aber jeder, der mich kennt, weiß, dass sich die christlichen Prinzipien, die mir meine Eltern beigebracht haben, in meiner täglichen Arbeit für sozial schwächer Gestellte und mein Engagement für eine soziale gerechtere Gesellschaft deutlich niederschlagen.