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Choreografie eines Malerinnenlebens öffnet neue Räume

Saarbrücken. "Ich baue dir das auf, und du wirst kein Bild an der Wand sehen." Die Bildhauerin und Stimmperformerin Michaela Tröscher hat Wort gehalten. Bis auf eine Reihe kleinformatiger Gemälde jüngeren Datums hängt kein Bild der Malerin Malgorzata Sztremer an der Wand im Museum Gosz in der Eisenbahnstraße

Saarbrücken. "Ich baue dir das auf, und du wirst kein Bild an der Wand sehen." Die Bildhauerin und Stimmperformerin Michaela Tröscher hat Wort gehalten. Bis auf eine Reihe kleinformatiger Gemälde jüngeren Datums hängt kein Bild der Malerin Malgorzata Sztremer an der Wand im Museum Gosz in der Eisenbahnstraße. Michaela Tröscher hat Räume gebaut und darin den Bildern ihren Platz zugewiesen. Daraus entstand eine Choreographie, die Malerei aus 20 Jahren umfasst und dabei ein Malerinnenleben erfasst. Damit setzen Michaela Tröscher und Malgorzata Sztremer ihr Projekt fort, das 2004 mit dem Austausch von Sätzen und Worten begann, die zum Anlass von Bildern und Objekten wurden, erinnert Tröscher. Auch der zweite Teil "Pani Tutaj, abgemacht" verbindet wieder Sprache und Bild. Abermals ist es ein Dialog bestimmt von unterschiedlichen Muttersprachen und unterschiedlichen Medien, der Bildhauerei bei Tröscher, der Malerei bei Sztremer. Die Basis dafür war gegenseitiges Vertrauen, sagen beide. Es rührt aus den Studientagen bei Wolfgang Nestler in der Dependance der Hochschule der Bildenden Künste Saar in der Handwerkergasse Völklingen. Dort bot sich beiden für ihre Arbeit Raum, den die Bildhauerin in ihre Objekte einspann und die Malerin in ihre Bilder holte. Daran anzuknüpfen war folgerichtig und zugleich eng verbunden mit Tröschers eigenen Ansatz, der Raum, Sprache und Stimme zusammenbringt. Die Bildhauerin, die ihren Arbeitsraum zwischen Schwarzwald, Island und Ostschweiz abgesteckt hat, arrangierte die Leinwände zu Häusern. Darin treten die Figuren der Malerin zueinander in Beziehung. In deren Mitte läuft ein Video mit von Tröscher gesprochenen polnischen Sätzen zu Zeichnungen, Gemälden und Fotos Sztremers aus Saarbrücken. Wie durchlässig der Raum zwischen ihrem Alltag und Werk ist, das sei ihr durch die von Tröscher geschaffenen Szenen klar geworden, sagt Sztremer: "Ich sehe in meinen Bildern neue Räume." sg Ausstellung bis 23. Juli. Geöffnet: Donnerstag 12 bis 15 Uhr. Freitag/Samstag 18 bis 21 Uhr.