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"Chevralach": Premiere mit Pep

Saarbrücken. Kaum zu glauben, dass es sich hier um eine Premiere handelte. Ein randvolles Theater im Viertel (TiV) feierte am Sonntag die Jungfernfahrt von "Chevralach", einem Quartett aus dem in Saarbrücken beheimateten Trio Lézard und der aus Israel stammenden Sängerin Yael Zamir

Saarbrücken. Kaum zu glauben, dass es sich hier um eine Premiere handelte. Ein randvolles Theater im Viertel (TiV) feierte am Sonntag die Jungfernfahrt von "Chevralach", einem Quartett aus dem in Saarbrücken beheimateten Trio Lézard und der aus Israel stammenden Sängerin Yael Zamir. Alle vier sind in der Klassik zu Hause, doch klappte ihr neu einstudiertes Programm mit jüdischer Musik wie am Schnürchen: Das reichte von der frischen Moderation bis hin zum mitreißenden Musizieren. Die vier "Freunde" (Chevralach kommt vom jiddischen Chaver = Freund) knieten sich förmlich in jeden Ton, und die Begeisterung übertrug sich aufs Auditorium. Dabei überraschte Chevralach mit ganz eigenem Sound: Von gelegentlicher Percussion abgesehen sind die aufeinander eingespielten Lézard-Mannen Stéphane Egeling, Jan Creutz und Stefan Hoffmann auf Holzblasinstrumente von Klarinette bis Oboe und Fagott spezialisiert. Heraus kam ein warmes, dynamisch fein durchschattiertes Klangbild. Auch Yael Zamir empfahl sich ausdrucksstark und klangfarbenreich, erweckte die zwischen Melancholie und typisch jüdischem Humor irisierenden Lieder zu prallem Leben. Sie stammten vornehmlich aus der Feder des 1942 von den Nazis ermordeten Liederpoeten Mordechaj Gebirtig. Den Gegenpol bildeten die Ausgelassenheit des unter Klezmerianern allseits bekannten Naftule Brandwein und Evergreens à la "Bei mir bist du schön" - da juckte das Tanzbein. Riesenapplaus. uhr