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Zu wenig Investitionen
Chef der SHG-Kliniken ermahnt Politik zu höheren Investitionen

Der vierstöckige Neubau (rechts) mit großem Foyer (Mitte) erweitert die SHG-Kliniken auf dem Sonnenberg.
Der vierstöckige Neubau (rechts) mit großem Foyer (Mitte) erweitert die SHG-Kliniken auf dem Sonnenberg. FOTO: SHG / Kiefer
Saarbrücken. Der Geschäftsführer des Klinikträgers Saarland-Heilstätten GmbH (SHG), Alfons Vogtel, hat den Landtag zu deutlich höheren Investitionen in die Krankenhäuser des Landes aufgerufen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik


Der Vorrang anderer Projekte dürfe nicht dazu führen, „dass wir irgendwann über prima sanierte Autobahnen und Straßen zu halb verfallenen Krankenhäusern fahren“, sagte Vogtel, der auch Vorsitzender der Saarländischen Krankenhausgesellschaft ist.

Die SHG steckt in ihrer Klinik auf dem Sonnenberg 30 Millionen Euro in umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Die auf Geriatrie, Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie spezialisierte Einrichtung gehört mit 390 voll- und 101 teilstationären Betten zu den größten Krankenhäusern im Saarland. Kürzlich wurde der erste Bauabschnitt abgeschlossen, ein vierstöckiger Neubau. Nach dem Umbau soll es deutlich mehr Raum für Medizin und Therapie geben.



Nach Vogtels Angaben hat die SHG die Investitionsmittel bislang weitgehend selbst aufgebracht. SHG-Aufsichtsratschef Peter Gillo (SPD), Direktor des Regionalverbandes Saarbrücken, erklärte, wer gute Medizin haben wolle, müsse auch für die finanziellen Mittel sorgen.

Nach dem System der Krankenhausfinanzierung in Deutschland tragen die Bundesländer die Investitionskosten, während die Krankenkassen über die Fallpauschalen die laufenden Kosten, also etwa für das Personal, bezahlen. In der Praxis werden die Länder ihrer Verpflichtung aber seit Jahren nicht gerecht. Das Saarland hat die Klinik-Investitionen 2018 um mehrere Millionen Euro erhöht, allerdings reichen die Mittel nach Ansicht der Krankenhausträger bei weitem noch nicht.