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„Champions-League der Naturschutzgebiete“

Saarlands Umweltministerin Anke Rehlinger und Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth. Foto: Ministerium
Saarlands Umweltministerin Anke Rehlinger und Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth. Foto: Ministerium FOTO: Ministerium
St Wendel. Im Herbst 2014 soll der Nationalpark Hochwald/Idarwald eröffnet werden. Der Großteil der 10 000 Hektar großen Fläche liegt in Rheinland-Pfalz, bis zu 940 Hektar auf saarländischem Boden. Noch gibt es hier und da Vorbehalte dem Park gegenüber. In einem Redaktionsgespräch informierte Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) über den aktuellen Planungsstand und zeigte Vorteile für die Region auf. Von SZ-Redakteurin Evelyn Schneider

Als gemeinsames Projekt der Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz soll im Herbst 2014 der Nationalpark Hochwald/Idarwald eröffnet werden. 10 000 Hektar wird das Gebiet umfassen. 920 bis 940 Hektar davon liegen auf saarlänidscher Seite, genauer gesagt in den Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler. "Unser Ziel ist es, dass wir den Nationalpark zusammen mit der Bevölkerung und den Kommunalpolitikern hinkriegen", sagt Anke Rehlinger bei einem Besuch in der St. Wendeler Redaktion. Die saarländische Umweltministerin ist zuversichtlich, dass die Zustimmung kommen wird. "Wir wollen nicht überreden, sondern mit unseren Argumenten überzeugen", so die Politikerin.

Das erstellte Eckpunktepapier des Naturparks zum Nationalpark ist bereits in den kommunalen Gremien diskutiert worden. Im St. Wendeler Kreistag und im Nonnweiler Gemeinderat gab es Zustimmung, die Räte in Nohfelden haben das Papier abgelehnt. Zu viele Fragen seien noch ungeklärt. Wird die Windenergienutzung eingeschränkt? Wie sieht die Versorgung mit Brennholz aus? "Es gab inzwischen eine Veranstaltung mit den Kommunalpolitikern in der Gemeinde Nohfelden", berichtet Rehlinger. Dabei seien viele Fragen beantwortet worden. Die Versorgung mit Brennholz sei weiterhin gewährleistet. Im Nationalpark selbst dürften keine Windräder aufgestellt werden. In den angrenzenden Gebieten gelten die üblichen Schutzmaßnahmen für die Natur.

Eine Sorge der Kommunen sind auch Einschränkungen für die Bevölkerung. "Der Nationalpark lebt nicht von Verbotsschildern", so Rehlinger. Das Wandern auf den ausgewiesenen Wegen sei erlaubt und gewünscht. "Aber es wird auch Einschränkungen zum Wohle des Naturschutzes geben." So könnten beispielsweise einige Wege wegfallen. Dennoch gebe es genügend Möglichkeiten, den Nationalpark zu erleben. "Wenn mich allerdings jemand fragt, ob das Fahren mit einem Mountainbike abseits der Wege im Nationalpark möglich ist, dann muss ich Nein sagen. Aber das ist auch heute ohne Nationalpark nicht erlaubt", sagt Rehlinger.

Für die Umweltministerin ist der Nationalpark eine weitere Möglichkeit, ländlichen Raum zu gestalten. "Aber dazu muss man auch Veränderungen zulassen." Das Zusammenspiel von Naturschutz und regionaler Entwicklung ist das angestrebte Ziel. Der Nationalpark passe zur naturnahen Erholung und zum sanften Tourismus, den das Land ausbauen will. "Der Nationalpark ist die Möglichkeit, sich mit der eigenen Heimat auseinander zu setzen", sagt Rehlinger, der die Bildung in Sachen Umwelt am Herzen liegt. Der Eintritt des Nationalparks im Saarland soll an einem markanten Punkt sein. "Ich kann mir den Keltenpark in Otzenhausen als Einstiegstor vorstellen", so Rehlinger. Für die Ministerin ist der Nationalpark die "Champions-League der Naturschutzgebiete."

95 Prozent des Gebietes, dass auf saarländischem Boden in den Nationalpark aufgenommen werden soll, ist Staatswald. Lediglich fünf Prozent ist im Besitz von Privatleuten. Diese Flächen liegen in der so genannten Pufferzone, für die moderatere Regelungen als für die Kernzone des Nationalparkes gelten. Mit den Besitzern dieser Flächen würden Gespräche geführt. "Ich könnte mir auch einen Flächentausch oder einen veränderten Zuschnitt vorstellen", sagt Rehlinger.

Wie geht es konkret mit den Planungen weiter? Nach der Sommerpause wird es zwei öffentliche Veranstaltungen geben, bei denen Bürger ihre Fragen und Bedenken zum Nationalpark loswerden können. Parallel dazu wird ein Landeskonzept erstellt. Dieses wird noch in diesem Jahr in den Gemeinderäten Nohfelden und Nonnweiler sowie dem Kreistag beraten werden. Außerdem sollen bis Ende des Jahres ein Nationalparkgesetz erstellt und ein Staatsvertrag mit Rheinland-Pfalz geschlossen werden. Die beiden Bundesländer müssen parallel zueinander die Voraussetzungen für den Nationalpark schaffen. Eröffnet werden soll er im Herbst 2014.

Auf saarländischer Seite des Nationalparks wird es Ansprechpartner vor Ort geben. Wie die Organisation ablaufe und wie viel Personal nötig sei, müsse in Absprache mit Rheinland-Pfalz geklärt werden. "Es wird den Park nicht zum Nulltarif geben. Aber es werden auch keine große Investitionen anfallen", sagt Rehlinger.