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Bundesministerium schaltet sich in Streit um Betzenhölle ein

Saarbrücken. Das Bundesumweltministerium hat sich in den Streit um die geplante Ansiedlung eines Globus-Marktes auf dem Gelände des Naturschutz-Projekts LIK.Nord bei Neunkirchen eingeschaltet. In einem Schreiben des Ministeriums werden eine Abteilungsleiterin des saarländischen Umweltministeriums und Vertreter des regionalen Naturschutzzweckverbandes LIK.Nord sowie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zu einem klärenden Gespräch am 1. Juni nach Bonn geladen. Johannes Schleuning

Das Bundesumweltministerium hat sich in den Streit um die geplante Ansiedlung eines Globus-Marktes auf dem Gelände des Naturschutz-Projekts LIK.Nord bei Neunkirchen eingeschaltet. In einem Schreiben des Ministeriums werden eine Abteilungsleiterin des saarländischen Umweltministeriums und Vertreter des regionalen Naturschutzzweckverbandes LIK.Nord sowie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zu einem klärenden Gespräch am 1. Juni nach Bonn geladen.


Hintergrund ist die "große Sorge" des Bundesumweltministeriums, dass die "Mehrheit der Zweckverbands-Mitglieder offensichtlich nicht mehr zu den mit dem Naturschutzgroßprojekt verfolgten Zielen steht", wie es in dem Schreiben heißt. Als Grund dafür wird in dem Papier der Beschluss des Zweckverbands vom Dezember 2016 angeführt, wonach das BfN einen Gebietsaustausch zugunsten der Globus-Markt-Ansiedlung bei Neunkirchen prüfen soll. Dazu ist vorgesehen, das für den Globus-Markt angedachte Gelände namens "Betzenhölle" aus dem Naturschutz-Projekt LIK. Nord auszugliedern und durch die Ausgleichsfläche "Katzentümpel" unweit davon zu ersetzen. Eine Entscheidung des BfN darüber steht bis heute aus. Das mit Bundesmitteln geförderte LIK.Nord-Projekt will aufgegebene Bergbau-Gebiete der Natur einverleiben, hat aber nicht den Rang eines Naturschutzgebietes.

Die geplante Ansiedlung des Globus-Marktes ist stark umstritten. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) hatte bei einem Pressetermin im Februar erklärt, dass bei einer Ablehnung des Gebietsaustauschs durch das BfN die dortigen Ansiedlungspläne ohnehin vom Tisch seien.