| 20:41 Uhr

Breakdancer lassen den Boden vibrieren

Extreme Körperbeherrschung: Toschkin Schalnick von der Gruppe Ghost Rocks. Foto: Becker&Bredel
Extreme Körperbeherrschung: Toschkin Schalnick von der Gruppe Ghost Rocks. Foto: Becker&Bredel
Alt-Saarbrücken. Der Dauerregen an diesem Abend hält viele Breakdance-Gruppen auf ihrem Weg nach Saarbrücken auf. Egal - die bereits anwesenden "Crews" überbrücken die Zeit, indem sie sich warmmachen. Von Zuschauern umringt, geben sie einen Vorgeschmack auf ihr Können Von SZ-Mitarbeiter Alexander Joppich

Alt-Saarbrücken. Der Dauerregen an diesem Abend hält viele Breakdance-Gruppen auf ihrem Weg nach Saarbrücken auf. Egal - die bereits anwesenden "Crews" überbrücken die Zeit, indem sie sich warmmachen. Von Zuschauern umringt, geben sie einen Vorgeschmack auf ihr Können.Breakdance entstand Anfang der 1970er Jahre in New York; für die Jugendlichen war der Tanz eine Alternative zu der Gewalt der Straßengangs. "Mit Breakdance konnte man einen Streit auf der Tanzfläche austragen", sagt Moderator "Melody" von der Saarbrücker "King Size Crew". Die jungen New Yorker nutzen den Tanz, um die Anerkennung zu bekommen, die sie vorher in Gangs fanden. Breakdance ist eine Sportart, die viel Kraft, Koordination und eine extreme Körperbeherrschung erfordert.


In atemberaubendem Tempo lassen die "B-Boys and B-Girls" ihre Arme und Beine im VHS-Zentrum am Schloss durch die Luft wirbeln. Manchmal glaubt man, sie würden ihre Körperteile verknoten, so schnell bewegen sie sich. Sie tanzen, springen, rutschen über die gesamte Tanzfläche und schlagen Salti. Ihre Bewegungen lassen den Boden vibrieren. Dann verharren sie plötzlich in einer spektakulären Position.

Spontanität ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Tänzer. Sie wissen vorher nicht, welche Lieder der DJ spielen wird, müssen sich schnell in den Hip-Hop-, Funk- oder Latin-Rhythmus einfinden und diesen in Bewegungen umsetzen. So spektakulär wie möglich.



Die Gruppen provozieren sich mit theatralischen Gesten, während einer in ihrer Mitte tanzt; manche Crews zeigen ausgefeilte Team-Choreografien. Das Schauspiel wird von drei Juroren aus Frankreich und Venezuela bewertet. Am Ende gewinnt "La Smala" aus Frankreich das Preisgeld von 1500 Euro, welches vom Regionalverband gestiftet wurde. Verbesserungswürdig war die Organisation. 90 Minuten musste das Publikum warten, da nicht alle Teams pünktlich erschienen. Die Veranstalter änderten mehrfach das Reglement. Doch die Zuschauer - vor allem junge Leute, aber auch Familien - harrten aus und schauten den Tänzern, die schon da waren, begeistert beim Aufwärmen zu.