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Kirche
Bistum sucht neue Ordensgemeinschaft für Kloster Himmerod

Der emeritierte Abt von Himmerod, Pater Johannes Müller, im Kreuzgang der Abtei Himmerod.
Der emeritierte Abt von Himmerod, Pater Johannes Müller, im Kreuzgang der Abtei Himmerod. FOTO: Harald Tittel / dpa
Großlittgen. Auch eine „moderne geistliche Gemeinschaft“ könnte einziehen. Nur eine „Wellness-Oase“ soll das Kloster nach dem Willen des Bischofs nicht werden.

Nach dem Rückzug der Zisterzienser-Mönche aus Himmerod will das Bistum Trier in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Nachfolge-Ordensgemeinschaft für das Kloster finden. Bislang gebe es noch keine konkrete Anfrage, sagte der bischöfliche Beauftragte des Übergabeprozesses, Reinhold Bohlen. Statt eines „strengen Ordens im klassischen Sinne“ sei auch denkbar, dass eine „moderne geistliche Gemeinschaft“ in dem traditionsreichen Kloster einziehe. Im Oktober hatten die Zisterzienser den Konvent im Kloster aufgelöst.


„Ziel ist, Himmerod als geistlichen Ort zu erhalten“, sagte Bohlen. Das Kloster sei „nicht irgendeine Ordensniederlassung im Bistum, sondern Himmerod ist ein vom Heiligen Bernhard (von Clairvaux) selbst gefundener Ort für seine Mönche. Und dieses Flair soll auch erhalten bleiben“. Der Zisterzienser von Clairvaux hatte das Kloster 1134 gegründet. Wegen der geringen Zahl der Mönche und angespannter Finanzen zog sich der Orden nun zurück.

Wenn sich mittelfristig kein Nachfolger finde, „müssen wir noch mal ganz neu suchen“, sagte Bohlen. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann habe aber schon erklärt, dass er aus Himmerod „keine Wellness-Oase“ machen wolle.

Anders als zunächst geplant, werde die Immobilie nun nicht in den Besitz des Bistums übergehen, erklärte Bohlen, der nach dem Weggang des früheren Abtes, Pater Johannes Müller, zum Rektor der Abteikirche ernannt wurde. Große Investitionen seien nicht geplant. Mit Mitteln der Wirtschaftsbetriebe vor Ort und des Fördervereins sollten lediglich bauerhaltende Maßnahmen und der nötige Brandschutz umgesetzt werden.