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Bilder, Stollen, Klickerwasser

Velsen/Ludweiler. Hochbetrieb herrscht am Sonntagnachmittag im Verwaltungsgebäude der alten Grube Velsen. Zum dritten Mal präsentiert die Künstlergruppe ART 58 "Colors of Velsen": Mehr als 50 Aussteller zeigen ihre Arbeiten. Die Besucher schlendern durch die Räume, stärken sich im Café oder lauschen Didgeridoo-Klängen Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Velsen/Ludweiler. Hochbetrieb herrscht am Sonntagnachmittag im Verwaltungsgebäude der alten Grube Velsen. Zum dritten Mal präsentiert die Künstlergruppe ART 58 "Colors of Velsen": Mehr als 50 Aussteller zeigen ihre Arbeiten. Die Besucher schlendern durch die Räume, stärken sich im Café oder lauschen Didgeridoo-Klängen. Die Kunstfans sind sich einig: Die Vielfalt ist beeindruckend! Michel Grimmer hat aus Frankreich seine Metall-Skulpturen mitgebracht. Der Luxemburger Francesco Frangelli zeigt Schwarz-Weiß-Gemälde, Tanja Bach präsentiert Aquarell- und Ölarbeiten. "Der Betrachter hat hier genügend Platz, um die Bilder wirken zu lassen", erklärt die Malerin aus Nalbach.Neben Kunst kann man auf dem "VelsenFest" auch Industriekultur bewundern. Die Berg- und Hüttenleute Dorf im Warndt erläutern die älteste Dampffördermaschine im Saarrevier. Und nebenan hat das Erlebnisbergwerk seine Tore geöffnet. Bei der Führung, berichtet Alfred Ahlhelm aus Schoeneck, habe er einen kleinen Eindruck von der Arbeitswelt der Bergleute bekommen. Auch seine Lebensgefährtin Heike Hanstein machte sich ein Bild von der Enge und der anstrengenden Arbeit im Stollen. Ahlhelm fände es schade, wenn das Erlebnisbergwerk schlösse: Mit dem Zeitzeugnis könne man den folgenden Generationen zeigen, was die Region einmal groß gemacht hat.



Auch im Glas- und Heimatmuseum Ludweiler informieren sich die Besucher über Industriegeschichte. Sogar Waschbretter, erfahren die Gäste von Doris Boschet, wurden früher aus Glas gefertigt. Und warum ist Sprudel älteren Semestern immer noch als Klickerwasser im Gedächtnis? Der Name kommt von einem speziellen Verschlusssystem. Die Kohlensäure drückte einen Klicker, der sich in der Flasche befand, in die Öffnung. Klicker sind Glasmurmeln, erklärt Boschet französischen Gästen.

Schon gegen 14 Uhr wurden im Museum mehr Besucher gezählt als an den beiden Wochenenden des Warndt-Weekends 2010. Und auf der Homepage der Gruppe ART 58 ist am Montagmorgen zu lesen: "Die Colors of Velsen 2011 waren mit fast 5000 Besuchern wahrhaftig ein Kunstevent der Extraklasse." Die Bilanz der Organisatoren des Warndt-Weekends ist ebenfalls positiv. "Die Stimmung war sehr gut", berichtet Isabelle Prianon vom Eurodistrict SaarMoselle am Telefon. Die meisten Veranstaltungen, erzählt sie, wurden von deutschen und französischen Gästen besucht. Die Flohmärkte lockten viele Schnäppchenjäger, auch die Radtouren und die Wanderung auf dem Jakobsweg wurden gut angenommen. Lediglich die grenzüberschreitende Bustour musste abgesagt werden. Nachdem das Warndt-Weekend zuletzt an zwei Wochenenden über die Bühne ging, ist man 2011 zur kompakten Form zurückgekehrt. Und die, erklärt Prianon, werde auch 2012 beibehalten.