| 21:00 Uhr

Pflegenotstand
Bewegung im Streit um Tarifvertrag an Uniklinik Homburg

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa / Daniel Bockwoldt
Homburg. In den festgefahrenen Konflikt um den Abschluss eines Tarifvertrages zur Entlastung der Pflegekräfte am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg kommt Bewegung. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Leitung des Klinikums hat Vertreter der Gewerkschaft Verdi für Dienstag zu Verhandlungen eingeladen, wie beide Seiten bestätigten. „Das Universitätsklinikum schlägt vor, eine Vereinbarung über die Entlastung und Stärkung der Beschäftigten des Universitätsklinikum des Saarlandes abzuschließen“, teilte das Klinikum mit. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass der UKS-Vorstand einen zivilrechtlichen Vertrag mit Verdi anstrebt, der zwar kein Tarifvertrag ist, aber dennoch von Verdi eingeklagt werden kann.


Die Vorbereitungen für den ab Mittwochmorgen geplanten unbefristeten Streik laufen jedoch weiter, wie Verdi-Sekretär Michael Quetting sagte. „Meine Hoffnung in die Ernsthaftigkeit dieser Verhandlung ist groß – meine Skepsis aber auch.“ Ein Streik sei nur mit einem geschlossenen Vertrag noch zu verhindern. Dies bedeutet praktisch: Um den Streik zu verhindern, müsste zwischen Verhandlungsbeginn am Dienstag um 10 Uhr und dem geplanten Streikbeginn am Mittwoch um 6 Uhr ein Kompromiss gefunden werden.

Die Verdi-Mitglieder unter den UKS-Beschäftigten hatten in einer Urabstimmung mit 98 Prozent für einen unbefristeten Streik gestimmt (die SZ berichtete).



Grünen-Landeschef Markus Tressel forderte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf, gemeinsam mit den Regierungsvertretern im Klinikum-Aufsichtsrat unverzüglich einen Vertragsentwurf zur Entlastung der Pflegekräfte vorzulegen. Die Landesregierung dürfe sich nicht hinter der Klinikleitung wegducken und sich aus ihrer Verantwortung stehlen.

Unterdessen einigten sich das UKS und Verdi gestern am frühen Abend auf eine Notdienstvereinbarung für den Fall, dass ab Mittwoch gestreikt wird. „Somit ist der Auftrag des UKS als medizinischer Maximalversorger der Region sichergestellt“, erklärte die Leitung des UKS. Verdi-Mann Quetting sagte, es sei gewährleistet, dass auch bei einem Streik jeder Notfall versorgt werde.