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Bei Hochsommer-Hitze wahre „Schmink-Wunder“ vollbracht

Pinselstriche auf sommerfeuchte Poren: Bei hohen Temperaturen war das Anmalen der Kids gar nicht so einfach. Die Schmink-Künstlerinnen sorgten beim Kinderfest im Wagwiesental trotzdem für tolle Gesichter. Hier „bearbeitet“ Tatjana Annen die kleine Kimbaly. Foto: Thomas Seeber
Pinselstriche auf sommerfeuchte Poren: Bei hohen Temperaturen war das Anmalen der Kids gar nicht so einfach. Die Schmink-Künstlerinnen sorgten beim Kinderfest im Wagwiesental trotzdem für tolle Gesichter. Hier „bearbeitet“ Tatjana Annen die kleine Kimbaly. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Neunkirchen. Eine etwas abgespeckte Kinderfest-Version bot der KV Die Daaler gestern im Wagwiesental. Zwar fehlte Spielbus Karlchen, aber Spaß hatten die Kids dennoch beim Wasserspritzen, Torwandschießen und Rad fahren. nig

. Wenn Die Daaler einladen, geht es in der Regel ordentlich zur Sache. Das traf bislang auch auf die Feste zum Kindertag zu, die in schöner Regelmäßigkeit jährlich hunderte Mädchen und Jungen im Wagwiesental glücklich machten.

Gestern nun gab es den Ersatztermin für den ins Wasser gefallenen 26. Mai. Wer kurz nach 11 Uhr auf den Platz unterhalb der TuS-Halle kam, erlebte einen etwas aufgelösten Ralf Beckhäuser beim hektischen Telefonieren.

Kein Spielbus Karlchen, keine ADAC-Fahrrad-Rallye: "Katastrophe", murmelte der Vereinsvorsitzende. "Ich bin verzweifelt." Aber so schlimm war es nun wirklich nicht. Zum Glück gab es ja noch etliche andere Angebote, darunter Torwandschießen und Tombola, Flammkuchen und Würstchen sowie drei der Hitze trotzende Flohmarktstände.

Lisa und Yasmin freuten sich jedenfalls königlich, mal keine lange Schlange beim Kinder-Schminken vorzufinden. "Sonst muss man immer voll lange warten", meinte eine der Grundschülerinnen, die sich Pinselstrich um Pinselstrich in eine kleine rosa Katze verwandelte. Wobei das Kaiserwetter so seine Tücken hatte: "Die Farben halten kaum vor lauter Schwitzen", stellte Monika Kiefer fest und vollbrachte mit ihren drei "Kolleginnen" wahre Schmink-Wunder.

"Wasser marsch" hieß es auf der ausgebleichten Wiese. Dort konnten Dosen mit per Hand gepumptem Wasser weggespritzt werden. Mit acht Aktiven und fünf Mitgliedern der Jugendwehr war der Löschbezirk Innenstadt ausgerückt. Mitgebracht hatten sie auch ein Tanklöschfahrzeug und eine Drehleiter, die ordentlich was her machten und von vielen Jungen inspiziert wurden.

"Um neue Mitglieder zu bekommen, muss man schon etwas Überzeugungsarbeit leisten", bestätigte das Team. Schließlich gibt es in der Stadt jede Menge Vereine mit guter Jugendarbeit. Ab 10 Jahre kann man bei der Feuerwehr mitmischen, Mädchen sind höchst willkommen.

"Das ist ein Igel der piekst. Fass sachte hin." Siegfried Wolf hat so seine Erfahrungen. Der Jäger und ausgebildete Naturpädagoge versucht seit fünf Jahren, Kindern die heimische Flora und Fauna näher zu bringen. Bei ihm am Stand der Initiative Lernort Natur konnte man das, was sonst gar nicht geht: Auf Tuchfühlung mit wilden Sauen, Nutrias und Fasanen gehen - in ausgestopfter Form. "Wir verfolgen den haptischen Ansatz", so Wolf. "Hier dürfen Kinder alles anfassen."

Und dann kam der ADAC doch noch und baute eine tolle Rallye-Strecke auf dem staubigen Platz auf. Also immerhin ein halbes Happy End.