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Bald wieder Konzerte in der Heimatgemeinde

Quierschied. Der Mandolinen- und Gitarrenverein stellt sich hinter die Pläne für einen neuen Kultursaal in Quierschied. Vorhandene Hallen seien als Konzertsäle ungeeignet. Nun hofft man darauf bald wieder auftreten zu können. dla

Vor der Sommerpause befasste sich der Quierschieder Gemeinderat mit dem Kultursaal-Neubau (Kosten: 3,2 Millionen Euro) in der Ortsmitte. Dabei meldeten die Freien Wähler ihre Bedanken an: "Die Gemeinde schiebt schon jetzt einen Schuldenberg von 60 Millionen Euro vor sich her, das Eigenkapital ist spätestens in drei Jahren aufgebraucht", sagte Gernot Abrahams, "eine weitere Steigerung der Verschuldung in Millionenhöhe ist der Bevölkerung nicht zuzumuten." Veranstaltungsmöglichkeiten seien zudem in den Gemeinden vorhanden, eine Bürgerbefragung solle klären, ob ein Kultursaal gewünscht sei. Die knappen Mittel der Gemeinde könnten, nach Abrahams, stattdessen in die energetische Sanierung vorhandener Bausubstanzen investiert werden.

"Für den Mandolinen- und Gitarrenverein Quierschied kann ich erklären, dass wir den Aussagen von Herrn Abrahams nicht zustimmen können. Seit Abriss des alten Kultursaals mussten wir auf eigene Konzerte verzichten, weil alle vorhandenen Räumlichkeiten in der Gemeinde entweder zu groß, zu klein oder dem Anlass nicht entsprechend waren. Auch die musikalische Unterhaltung bei der Aktion des Roten Kreuzes am Weihnachtsmarkt ist seit Abriss des Kultursaals nicht mehr möglich", erklärt nun Detlef Fecht, 2. Vorsitzender des Vereins. Er moniert, dass Mehrzweckhallen denkbar schlecht zum Lagern und Stimmen der Instrumente seien: "Das Holz arbeitet. Durch die Feuchte in den Umkleiden sind die Instrumente auf der Bühne wieder verstimmt." Zwar gäbe es Konzerthallen in benachbarten Gemeinden, jedoch habe der Verein lange darauf gewartet, sich in seiner Heimatgemeinde mit Auftritten adäquat präsentieren zu können. Zumal man in den anderen Gemeinden den dort ansässigen Vereinen "in die Suppe spuckt", sagt Fecht.

Mit der letztendlichen Entscheidung des Gemeinderats, den Kultursaal zu bauen, könne der Mandolinen- und Gitarrenverein nun "gut Leben". Mit 28 Ja-Stimmen - bei Gegenstimme von Gernot Abrahams - stimmte der Rat vor der Sommerpause dem Finanzierungsplan der Verwaltung zu. Und als Städteplaner fügt Detlef Fecht hinzu: "Die Ortskerne müssen wieder gestärkt werden. Und Kultur gehört in die Ortsmitte."