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Bahnhofssanierung kann jetzt anrollen

St. Wendel. St. Wendel erhält ein Informationszentrum für Touristen, in dem nicht nur Prospekte und Bettenverzeichnisse verteilt, sondern auch Bahn-, Bus- und Veranstaltungskarten verkauft werden. Untergebracht wird die Information im denkmalgeschützten Rondell am Bahnhof. Das Rondell wurde 1956 als Buswartehalle mit Büfettbetrieb gebaut und steht seit Jahren leer Von SZ-Redakteur Dagobert Schmidt

St. Wendel. St. Wendel erhält ein Informationszentrum für Touristen, in dem nicht nur Prospekte und Bettenverzeichnisse verteilt, sondern auch Bahn-, Bus- und Veranstaltungskarten verkauft werden. Untergebracht wird die Information im denkmalgeschützten Rondell am Bahnhof. Das Rondell wurde 1956 als Buswartehalle mit Büfettbetrieb gebaut und steht seit Jahren leer. Geschlossen ist auch die öffentliche Toilettenanlage, die 1973 im unteren Geschoss eingebaut worden war. Die noch bessere Nachricht, die der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald und St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon bei einem Ortstermin bereithielten: Noch 2009 werde das Projekt anrollen und 2010 fertig sein.Ein Dorn im Auge Der St. Wendeler Bahnhof und sein Umfeld ist den Verantwortlichen der Stadt- und der Landkreisverwaltung sprichwörtlich ein Dorn im Auge. Denn das Gebäude aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts trägt auch mangels Pflege schon lange nicht mehr zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Seit Jahren bemühe er sich in vielen Gesprächen mit der Bahn, die Situation zu verbessern, erklärte Bouillon. Jüngst habe er erreicht, dass die Bahn den Bahnhof für 500 000 Euro sanieren will. "Energetische Maßnahmen", neue Fenster und eine neue Fassade seien vorgesehen.Die Verträge zum Kauf des Rondells seien unterschriftsreif, erklärte Recktenwald. Inzwischen habe das Eisenbahnbundesamt erklärt, dass es keine Einwände gegen die neue Verwendung des Gebäudes habe. In seiner nächsten Sitzung könne der Kreistag den Kauf des Gebäudes beschließen. Der Preis liege bei rund 30 000 Euro, so der Landrat. Insgesamt seien für das Projekt rund 400 000 Euro vorgesehen. Davon werde das Land 80 Prozent tragen. Vier Partner beteiligten sich am Informationszentrum: Landkreis, Stadt, Bahn und die Saar-Pfalz-Bus GmbH (früher RSW). Unter diesen Partnern würden die zukünftigen Personalkosten aufgeteilt. Mit wie vielen Mitarbeitern die Information später besetzt ist, sei noch nicht geklärt. Klar sei aber schon, dass die Öffnungszeiten länger als die üblichen Bürozeiten sein werden.Bouillon erneuerte das Kaufangebot der Stadt an die Bahn für die rechts an den Bahnhof angebauten Gebäude (Haus Blum). Nach den jüngsten Gesprächen mit den Bahnverantwortlichen, darunter auch der Konzernbevollmächtigte der Bahn fürs Saarland und Rheinland-Pfalz, Gerhard Schinner, ist der Bürgermeister optimistisch, sich einigen zu können.Wenn die Vorstellungen der Stadt und des Landkreises umgesetzt werden können, wird der gesamte Bereich vor dem Bahnhof umgestaltet. Wichtig ist Bouillon besonders, dass "die dunkle und meist verschmutzte Unterführung" der Mommstraße verschwindet. Dafür solle ebenerdig ein großzügiger Fußgängerübergang Richtung Bahnhofstraße geschaffen werden. Obwohl für diesen Straßenbereich das Land zuständig ist, glaubt Bouillon, dass die Verhandlungen mit der Bahn und dem Land, die bereits liefen, dies ermöglichen werden. Ein Gutachten des Landesamtes für Straßenwesen zeige, dass ein ampelgesteuerter Übergang möglich wäre.Unterführung soll wegVerschwinden sollen auch die Parkplätze im Bereich des Rodells. Ersatz werde rechts vom Bahnhof, wo heute noch Geschäftsgebäude stehen, geschaffen. Landrat und Bürgermeister hoffen, dass die Bahn ihre Zusagen rasch umsetzt und der Bahnhof zu einem der Stadt würdigen Eingangstor wird.