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Bäumchen-wechsel-dich bei Püttlingens neuen Blitzern

Dieser fest installierte Blitzer steht in der Püttlinger Bahnhofstraße. Foto: Jenal
Dieser fest installierte Blitzer steht in der Püttlinger Bahnhofstraße. Foto: Jenal
Püttlingen. Die neuen Radaranlagen in Püttlingen (Bahnhofstraße und In der Humes) schlagen hohe Wellen. Nicht nur auf der Straße und in den Geschäften und Wirtschaften, sondern auch im Internet wird leidenschaftlich über die Säulen diskutiert, wobei sich Freund und Feind etwa gleich stark gegenüberstehen. Kritiker schimpfen, dass demnächst an fünf Stellen "abgezockt" werde

Püttlingen. Die neuen Radaranlagen in Püttlingen (Bahnhofstraße und In der Humes) schlagen hohe Wellen. Nicht nur auf der Straße und in den Geschäften und Wirtschaften, sondern auch im Internet wird leidenschaftlich über die Säulen diskutiert, wobei sich Freund und Feind etwa gleich stark gegenüberstehen.Kritiker schimpfen, dass demnächst an fünf Stellen "abgezockt" werde. Dieses Argument ist allerdings nicht ganz stichhaltig. In der Tat sollen in den nächsten Tagen weitere Anlagen in der Köllner Straße, Riegelsberger Straße und Hauptstraße in Etzenhofen folgen. Allerdings werden insgesamt nur maximal drei Kameras eingesetzt, also sind immer wenigstens zwei Säulen außer Betrieb. Sie mögen zwar, was durchaus im Sinne der Erfinder ist, trotzdem abschrecken und das Temponiveau drücken, von ihnen sind aber keine verwertbaren Daten zu erhalten. Sie sind während ihrer Ruhephase also lediglich Attrappen. Ob sie laufen, kann man am ehesten durch herantreten feststellen: Während des Betriebs gibt die Klimaanlage Geräusche von sich.


Dass nicht alle fünf Kameras gleichzeitig in Betrieb sind, hat vor allem damit zu tun, dass alle Messergebnisse ja auch bearbeitet werden müssten. Und für so viele Daten hätte die Stadt Püttlingen nicht genug Personal.

Die Ergebnisse aus den Säulen laufen nicht an einer zentralen Stelle auf, sondern werden von Mitarbeitern des Ordnungsamtes mit einem Laptop ausgelesen und im Rathaus bearbeitet. Die Stadt Püttlingen stellt das Vorliegen eines rechtlichen Verstoßes im Straßenverkehr durch einen ihrer Mitarbeiter fest. Sie entscheidet, ob ein Fall verwertbar ist oder nicht und führt dann die Halteranfragen beim Kraftfahrtbundesamt durch. Alle Schreiben im Verfahren sowie die Übersendung von Fällen an die Zentrale Bußgeldstelle des Saarlandes führt die Stadtverwaltung durch.



Die Stadt Püttlingen möchte eine sechste Säule in der Sprenger Straße in Köllerbach aufstellen lassen, möglichst im "schutzwürdigen Bereich" der Kirchen und Fußgänger. Das Problem: Die Messanlage muss auf einem Betonfundament von 80 Zentimetern Kantenlänge stehen. Doch wegen örtlicher Gegebenheiten und Schwierigkeiten bei der Stromversorgung ist so ein Standort auf öffentlichem Grund schwer zu finden. Es laufen Anfragen bei Privatleuten, ob sie Platz zur Verfügung stellen. wp